Gedenken an NS-Opfer

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Gunter Demnig verlegte den Stolperstein hier auf eine besondere Weise: eingebettet in Natursteine. Foto: Biehl

Stolperstein an der Fuhlsbüttler Straße verlegt

Von Bert C. Biehl
Ohlsdorf. Die Fuhlsbütteler Straße ist um ein Kunstwerk reicher. Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig, Initiator des Projektes Stolpersteine, verlegte jetzt ein solches Kleindenkmal für ein NS-Opfer an der Ecke Ihlandkoppel. Mit von der Partie war auch die Fuhlsbüttlerin Margot Löhr, die als Mitglied der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine zahlreiche Biografien von Opfern im Bezirk Nord recherchiert: „Ein Buch darüber ist in Vorbereitung.“ Es soll im Rahmen er Stolperstein-Bände der Landeszentrale für politische Bildung erscheinen.
Der Termin ist allerdings noch offen.
An der Fuhlsbütteler Straße 666-672, beiderseits der Ihlandkoppel, befand sich einst der Steinmetzbetrieb der Familie Berlin. Die Gebäude stehen heute nicht mehr. Hier arbeitete einst auch Fanny Berlin, die den Betrieb nach dem Tod ihres Mannes 1934 übernommen hatte. Die Familie war jüdisch. Fanny wurde 1939 enteignet, 1941 ins KZ nach Riga verschleppt und dort ermordet.

44 Steine

Mehr als 4300 Stolpersteine liegen bereits auf Hamburger Fußwegen – verlegt vor den letzten frei gewählten Wohnsitzen oder Arbeitsstätten der NS-Opfer. In der vergangenen Woche kamen noch einmal 44 Steine dazu, die Demnig mit Unterstützung durch die Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine selbst einsetzte. Allein im Bezirk Hamburg-Nord standen sieben Verlegungen an.
In Ohlsdorf dauerten das Aufnehmen der Gehwehplatte und das Einsetzen des Steines gerade mal 17 Minuten. Und das, obwohl das Denkmal eine kleine Besonderheit aufweist: Auf Bitte von Margot Löhr umgab Gunter Demnig den Stein mit der gravierten Messingplatte mit Natur- statt wie sonst mit Pflastersteinen. „Das soll andeuten, dass hier eine Steinmetzfamilie wirkte“, so Löhr. Der Termin für die Einweihungszeremonie steht noch nicht fest.
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