Geduldsprobe Fuhle-Bau in Hamburg

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Optiker Florian Fischer und Paul Herrmann ( v. links ) haben die Baustelle direkt vor ihrem Arbeitsplatz Fotos: Müller
 
Tiefbauer Benjamin Moritz (links) und Karsten Rosenau

Das Wochenblatt hörte sich bei Passanten und Geschäftsleuten um

Hamburg. „Absteigen!“ und „He, Sie fahren im Gegenverkehr!“ hört man derzeit viele Passanten in der Fuhlsbüttler Straße gereizt ausrufen. Denn Fußgänger und Radfahrer versuchen sich kreuz und quer durch den Baustellendschungel zu schlagen. Ein Blick nach rechts: eine Behelfs-Ampel an der provisorischen Straßenüberführung. Ein Blick nach links: Baustelleneinrichtung. Geradeaus: rot-weiße Absperrungen. Keine Frage: Die Nerven der Anwohner, Pendler und Mitarbeiter der örtlichen Geschäfte werden arg strapaziert. Das Wochenblatt hörte sich vor Ort an der Fuhle um.

Bis August 2015 können die Arbeiten dauern

Die Bauarbeiten in der Fuhlsbüttler Straße stellen die Gemüter vorbehaltlich der Witterungsbedingungen noch bis Ende November auf die Probe. Die abschnittsweisen Arbeiten an den Nebenanlagen im Bereich des Bauabschnittes auf Höhe der Hellbrookstraße und der Hufnerstraße werden wohl sogar bis August 2015 dauern.
Auch für die Geschäftsleute ist die Riesenbaustelle eine Prüfung. „Uns fällt schon auf, dass der Betrieb etwas ruhiger geworden ist, seit die Bauarbeiten laufen“ erzählen Mitarbeiter einer Optiker-Filiale in der Fuhle. Über das Ausmaß der Belästigung sind sie sich uneinig. Paul Herrmann (25) fällt der Lärm kaum auf. Sein Arbeitskollege Florian Fischer (22) dagegen empfindet die Baustelle als „unüberhörbar“. Manchmal würde durch die Vibrationen sogar der Empfangstresen wackeln.
Vor Ort arbeitende Tiefbauer allerdings sind positiv überrascht: „Für so eine große Baustelle ist alles super geregelt! Der Verkehr läuft fließend“, beurteilt Karsten Rosenau (38) die Situation. Benjamin Moritz (34) stimmt zu, ergänzt jedoch, dass es sich beim Feierabendverkehr schon staue. Eine etwas andere Perspektive haben Greta (18 Monate) und ihre Mama Anja Fritsch (33). Für sie bedeutet die Baustelle ein Engpass mit Karre, wie Anja Fritsch sagt: „Wir wollen nur auf dem Weg zum Spielplatz hier vorbei, aber das erweist sich als anstrengend. Vorher gab es in der Fuhlsbüttler Straße schon Gedränge, aber nun ist jeder genervt, weil keinerlei Ausweichmöglichkeit mehr gegeben ist, man mit dem Kinderwagen aber mehr Platz benötigt.“ Auch für ältere Verkehrsteilnehmer ist die Situation nicht einfach. So kommentiert eine Dame mit Rollator die aktuelle Situation mit einem Wort: „Furchtbar!“
Doch am Ende sollen sich Lärm und Schmutz doch lohnen. Die Barmbeker erwartet nach Fertigstellung der Fuhle laut Landesbetrieb Straße, Brücken und Gewässer (LSBG) eine höhere Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger, neue und vergrößerte Nebenflächen und optimierte Bushaltestellen. Auch sollen spezielle Lieferzonen, Schrägparkplätze und neue Fahrradbügel eingerichtet werden. Bis alles soweit ist, brauchen die Menschen an der Fuhle noch Geduld. (gm)
Informationen zur Baustelle unter: lsbg.hamburg.de/anliegerinformationen/oder über die Bauaufsicht unter Tel.: 428 26 22 83
Am 17. September, 19:00 Uhr, findet im Gemeindesaal der Kirchengemeinde Nord-Barmbek, Tieloh 26, das Stadtteilgespräch zum Thema Fuhle-Umbau statt.
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