Geheimnisvolle Sonnengang-Uhr

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Martin Zarth und seineErfindung, die „Sonnengang-Uhr“, vor dem Planetarium Foto: wb

Astronomie-Kunstwerk im Stadtpark. Planetariumschef würde dauerhafte Aufstellung begrüßen

Barmbek/Winterhude Ein Wochentag im Juli, vor dem Planetarium: Ein ungewöhnliches, filigranes Konstrukt steht auf der Wiese. Es ist aus Rot, blau und gold lackiertem Holz, und aus der Mitte ragt ein Zeiger. Neben dem auffälligen Objekt steht dessen Schöpfer, der begeisterte Tüftler und Stadtpark-Fan Dr. Martin Zarth, und zeigt interessierten Parkbesuchern die vielfältigen Funktionen. „Was mag das wohl sein?“, fordert er die Anwesenden zum Mitraten auf. „Eine Art Sonnenuhr“, meint ein älterer Herr. „Ja, das passt schon ganz gut, es ist aber doch ein bisschen anders“, erklärt der Erfinder, „Anders als eine herkömmliche Sonnenuhr wandert hier ein beweglicher Zeiger wie ein ausgestreckter Arm immer in Richtung Sonne mit.“ Immer mehr Neugierige bleiben stehen und erfahren, dass sich mit der „Sonnengang-Uhr“, die bereits zum Patent angemeldet wurde, die unterschiedlichsten Phänomene anschaulich erklären lassen: Sonnenbahnen, Himmelsrichtungen, Tag und Nacht, Mitternachtssonne… „Auf die allereinfachsten bis hin zu erstaunlich komplizierten Fragen kann man mit Hilfe des Modells zielsicher eingehen“, so Martin Zarth.
Unter Zarths Leitung entstanden in einer offenen Arbeitsgruppe des Stadtpark Vereins seit 2001 in ehrenamtlicher Tätigkeit mehrere Sonnengang-Uhr-Modelle. Diese erstrecken sich von handlich-kleinen Tischmodellen bis hin zum großen Stegmodell, das bereits temporär zwischen den Treppen am Stadtparksee stand. „Am liebsten möchten wir die Installation dauerhaft dort aufstellen“, wünscht sich Zarth. „Im Augenblick befindet sich das Projekt noch in der Entwicklungsphase, doch es wäre wunderbar, wenn wir zu gegebener Zeit die Genehmigung und auch die dringend benötigten Spendengelder dafür erhalten könnten.“ Besonders liegen dem emsigen Hobby-Astronomen die Kinder am Herzen. „Ich glaube, dass die Sonnengang-Uhr die Entwicklung ihres räumlichen Wahrnehmungsvermögens und ihres Forscherdrangs sehr fördert“, so Zarth. Am heutigen Tag sind Mitglieder der Schulkommission des Planetariums vor Ort. Sie verstehen sich als Bindeglied zwischen der schulischen Arbeit und dem beliebten Sternentheater. Mit dabei ist auch Planetariumsdirektor Thomas Kraupe. „Eine wunderbare Sache - die Aufstellung könnte den Stadtpark sehr bereichern“, findet Kraupe, „Auch die Idee, dass die Modelle in den Schulen präsentiert werden, etwa gemeinsam mit unserem Klima-Iglu, findet unsere volle Unterstützung.“
Das Projekt ist sehr arbeitsintensiv, und manchmal gibt es auch Rückschläge. Die Uhr stand diesmal wieder nur für ein paar Tage vor dem Planetarium – zu Demonstrationszwecken.Was motiviert Martin Zarth dazu, nicht aufzugeben? „Es ist die positive Resonanz des Stadtparkpublikums, das uns immer wieder neue Impulse liefert“, sagt Zarth begeistert. „Wir können gar nicht anders, als weiterzumachen. Der enorme Aufwand tritt da schnell in den Hintergrund.“ (sg)

Weitere Infos zur Sonnengang-Uhr unter: www.stadtparkverein.de
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