Gehen bald die Lichter aus?

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Die beiden Koordinatorinnen Katrin Siemon (links) und Heike Gronholz: Ende des Jahres verlassen sie das Basch.Foto: Leuschen

Diskussion über die Zukunft des Community Centers Basch

Von Misha Leuschen

Barmbek. Rund 130 Menschen waren am Montagabend ins Barmbek Basch gekommen, um bei einer Podiumsdiskussion über die Zukunft des Stadtteilzentrums zu diskutieren. Vertreter aller Parteien der Bezirksversammlung sowie Ksenija Bekeris, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Senat, nahmen zum Basch Stellung.
Das Stadtteilzentrum, bei seiner Eröffnung 2010 vom da-maligen schwarz-grünen Senat als Leuchtturmprojekt gefeiert, kommt ins Trudeln, weil die Folgefinanzierung nicht gesichert ist. „Es gab einen klaren politi-schen Willen, das Projekt aufzu-bauen“, sagt Basch- Koordinatorin Heike Gronholz. Dabei hat man über eine nachhaltige Finanzierung hinweggesehen.“
Die stand für das Haus, in den sieben soziale Einrichtungen tätig sind, von Anfang an auf wackligen Füßen. Die drei Ko-ordinatorenstellen wurden befristet aus Bundesmitteln finanziert, ab 2013 müssen sie sich durch Fundraising, Vermietung und Pacht selbst tragen. Die Praxis dieses Pionierprojekts hat gezeigt, dass das nicht zu schaffen ist. Das bestätigte bereits 2011 ein Gutachten.
Mindestens 66.000 Euro fehlen jährlich, „das ist die absolute Schmerzgrenze“, weiß Pastor Ronald Einfeldt, auch wenn einige Parteienvertreter dies bezweifeln. Seine Kirchengemeinde ist Vermieter und Bauherr für das Gemeinschaftsprojekt und hatte eine Investition in Millionenhöhe getätigt. Doch wo soll das Geld herkommen? Abhilfe soll ein neu einzurichtender Quartiersfonds des Senats schaffen, der für 2013/14 eine Million Euro zusätzlich für die Bezirke zur Verfügung stellt. „Für den Bezirk Nord sind das 80.000 Euro jährlich“, erklärt Ksenija Bekeris. Klingt gut, aber diese Summe wird zwischen den verschiedenen Einrichtungen zu verteilen sein. Wie das gehen soll, darüber stritten schon auf dem Podium die Parteienvertreter. Das kam nicht gut an beim Publikum, das wissen wollte, wie viel denn nun für das Basch übrig bleiben wird.
Dazu blieben die Politiker die Antwort schuldig – aus gutem Grund: Denn darüber muss im Bezirk erst mit allen Abgeordneten abgestimmt werden.
Zurück blieb das schale Gefühl, dass dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann und dass der viel zu spät kommt.
Dabei läuft es eigentlich richtig rund im Basch, die Einrichtungen sind gut vernetzt, viele verzeichnen höhere Besucherzahlen. „Mehrwert ist mehr Wert und kostet Geld“, findet Ronald Einfeldt und fragt: „Wird nun nach und nach der ganze Stadtteil Barmbek-Süd wieder fallengelassen? Das ist Sparen zu einem zu hohen Preis.“
Für die Koordinatoren Heike Gronholz, Katrin Siemon und Lars Corssen kommt die Lösung in jedem Fall zu spät. Sie werden ihre Arbeit zum Jahresende beenden. Die Unsicherheit ist ihnen einfach zu groß. (leu)
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