Geisterbahnhof Steilshoop bleibt verschollen

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Andreas Ernst von der Hochbahn (l.) führte interessierte Bürger durch enge Kellergewölbe Foto: tel
Hamburg: Gründgensstraße 28 |

Die öffentliche Suche verlief ohne Erfolg. Der Glaube an geheimen Bahnhof bleibt ungebrochen

Von Michael Hertel
Steilshoop
Zwei Stahltüren öffneten sich und dahinter verbargen sich ein Sicherungskasten und ein Ausguss, auf lange dunkle Gänge folgte – ein aus Brettern gezimmerter Kellerverschlag, und ein viel versprechender Schacht in die Tiefe endete in Grundwasserschichten – welche Enttäuschung!

200 Bürger auf „Schatzsuche“


Die öffentliche Suche der Hamburger Hochbahn nach Steilshoops unterirdischem Geisterbahnhof verlief ergebnislos (das Wochenblatt berichtete). Sechs Gruppen von zusammen rund 200 interessierten Bürgern mit Andreas Ernst (Hochbahn) und Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff an der Spitze inspizierten so ziemlich jede dunkle Ecke am und unter dem Einkaufszentrum (EKZ) an der Gründgensstraße, allein: Steilshoops vermeintlich in Beton gegossene „Nessi“ tauchte nicht auf.

„Der Mythos hat sich aufgelöst“


Vor Wochen bereits hatte das Verkehrsunternehmen Steilshooper „Augenzeugen“ aufgerufen, sich zu melden. Mehr als 60 Anzeigen gingen ein. So wollte ein Bauarbeiter im Suchgebiet an der Errichtung eines unterirdischen Schwimmbades mitgewirkt haben. Ein anderer gab vor, Gleise unter dem Einkaufzentrum gesichtet zu haben und wusste genau, dass unter dem Schotter „gelber Sand“ eingebracht worden ist. Doch weder Sand noch Bahnsteige oder das Schwimmbad (wenn man den nassen Schacht nicht dafür nahm) wurden entdeckt, und so stellte Andreas Ernst als Leiter des Stabsbereichs Bürgerbeteiligung schließlich schmunzelnd fest: „Der Mythos hat sich aufgelöst.“ Was einige Teilnehmer nicht daran hinderte, weiter an ihn zu glauben. Sie klopften ungläubig gegen Betonwände, geheimnisvolle Wahrheiten dahinter witternd, und legten sich fest, dass „unter dieser Tiefgarage noch zwei weitere Stockwerke existieren“. Da kann man nur hoffen, dass mit der geplanten U-Bahnlinie 5 nicht ein weiterer Mythos geschaffen wird.

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