Hamburg: 18 Milliardäre und viel Armut

Anzeige
Klaus Wicher und Brigitte Krebelder Foto: Sichting

Sozialverband weist zwei Monate vor der Bürgerschaftswahl auf dramatische Spaltung hin: „Viele werden abgehängt“

Hamburg/Barmbek Der Sozialverband Hamburg (SoVD) stellte knapp zwei Monate vor der Bürgerschaftswahl seine Wahlprüfsteine vor. Gleichzeitig veröffentlichte der SoVD erschreckende Zahlen, die aufzeigen, wie sehr die Schere zwischen Arm und Reich in Hamburg auseinanderklafft.
In der Hansestadt leben demnach 42.000 Millionäre und 18 Milliardäre. Zugleich waren laut SoVD im Vorjahr 18,7 Prozent der Hamburger von Armut bedroht. Mehr als 230.000 Menschen sind demnach auf Sozialleistungen angewiesen. Das Armutsrisiko bei Jugendlichen unter 18 Jahren liegt sogar bei 25,6 Prozent. Das betrifft 58.000 Hamburger Kinder und Jugendliche. Das soziale Bild, das Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland, von Hamburg malt, ist tiefschwarz: Der Allgemeine Soziale Dienst habe Probleme, seinen Aufgaben zum Wohl der Kinder nachzukommen, prekäre Arbeitsverhältnisse breiteten sich aus, bezahlbarer Wohnraum fehle, Bildungschancen blieben ungleich, Altersarmut wachse, die Zahl bezahlbarer Pflegeplätze sinke. „Wenn im Februar 2015 gewählt wird, sollten sich Politiker und mehr noch die Bürger vergegenwärtigen, was Hamburgs Sonnen-, aber auch Schattenseite ausmacht“, so Wicher. „Wir betrachten die soziale Lage der Menschen in Hamburg. Die soziale Spaltung wird immer größer. Viele Menschen werden sozial abgehängt. Mit unseren Wahlprüfsteinen weisen wir auf diese Missstände hin.“
Da die sozialen Unterschiede r immer größer werden, gibt der SoVD zehn Themenbereiche aus der Sozialpolitik vor, die die Wähler in einer Broschüre zusammengefasst, genauer unter die Lupe nehmen können. Die Kernthemen betreffen Kinder, Senioren, Langzeitarbeitslose und die Armutsfalle. „Diese Probleme müssen über Jahre angesprochen werden, damit sich etwas bewegt“, sagt Wicher.
Die Wahlprüfsteine liegen in der Zentrale des Landesverbandes Hamburg, Pestalozzistraße 38, aus und können im Internet unter www.sovd-hh.de abgerufen werden. Laut Sozialverband sind die Wahlprüfsteine Entscheidungshilfen mit denen der Wähler die Programme der Parteien und Kandidaten zur Bürgerschaftswahl für sich einordnen können.
Wem das nicht als Informationsquelle ausreicht: Am Mittwoch, 28. Januar 2015, lädt der SoVD Hamburg um 18 Uhr zu einer Diskussionsrunde mit Kandidaten zur Bürgerschaftswahl in das Bürgerhaus in Barmbek ein. (ms)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige