Hamburg: Angebaggert – auf Kosten der Autofahrer

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Auf dem Gelände des ehemaligen Busbahnhofs – neben dem Hertie-Gebäude (rechts), dessen Abriss nochmals ins Frühjahr verschoben wurde – haben jetzt die Bauarbeiten fürs VBG-Hochhaus begonnen

Barmbeker Bahnhof: 150 Parkplätze für Pendler entfallen ersatzlos

Von Misha Leuschen
Hamburg. Wer als Pendler am Barmbeker Bahnhof einen Parkplatz sucht, auf dem er seinen Wagen tagsüber stehen lassen kann, der wird keinen mehr finden: Mit Beginn der Arbeiten am VBG-Hochhauskomplex auf dem ehemaligen Busbahnhofgelände sind die letzten insgesamt 150 Parkplätze für Langzeitparker weggefallen.
„In der Tat ist es aktuell schwierig, rund um den Barmbeker Bahnhof einen Parkplatz zum längeren Parken zu finden“, bestätigt Carolin Ahrens von der BIG Städtebau. Der P&R-Parkplatz sei seitens der zuständigen Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, dem Amt für Verkehr, aufgegeben worden. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die zentrale Lage Barmbeks im Sinne von Park&Ride nicht der richtige Standort für ein Umsteigen von Pkw auf Bus und Bahn sei. „Das Parken auf dem Stadtplatz ist seit dem Zeitpunkt des Umbaus nicht mehr möglich und wird auch künftig nicht wieder aufgenommen“ erklärt Ahrens. Der Platz soll als Marktplatz sowie für sonstige Veranstaltungen freigehalten werden und der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich dort ungestört aufhalten und bewegen zu können. Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung sei ausdrücklich eine Multifunktionsfläche für die Bürger Barmbeks gefordert worden, die der neue Stadtplatz nun erfülle.
Das übergangsweise Parken auf dem südlich des Telekom-Neubaus befindlichen Areals gestaltet sich aufgrund der Ansprüche der Baustelle als sehr kompliziert: „Lösungsmöglichkeiten werden jedoch verhandelt“, so Ahrens. Ihr Fazit: „Es gibt derzeit ein Parkplatzdefizit, das leider in den nächsten Monaten noch anhalten wird, da während des Umbaus der Fuhle weitere Stellplätze übergangsweise aufgrund der Baumaßnahme entfallen.“ Abhilfe zumindest für die Kurzparker könnte eventuell eine Absprache mit den Eigentümern des Neubauprojektes an der Drosselstraße 15 bringen. Hier erörtert die BIG die Öffnung des Parkhauses für Kurzzeitparker während der anstehenden Umbaumaßnahmen. Bis Herbst 2014 soll die Sanierung des zu überbauenden Parkhauses abgeschlossen und Parken dann möglich sein. Auch das Parkhaus des Telekom-Gebäudes könnte künftig für die Quartiersbevölkerung nutzbar werden, vor allem für Dauerstellplätze. Darüber werde ebenfalls verhandelt.
„Dauerhaft wird sich die Parkplatzbilanz wieder ausgleichen und sogar ein neues Parkplatzangebot in höherer Anzahl als zuvor geschaffen“, erläutert Ahrens. Dies werde nach Fertigstellung der Hochbauvorhaben der VBG sowie auf dem Hertie Grundstück der Fall sein. Dort sollen rund 400 Parkplätze geschaffen werden.
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