Hamburg: Ayse, Anne und andere

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Ayse Ates (links) und Anne Pelzer organisieren den Runden Tisch Integration, der 2010 im Bezirk Hamburg-Nord eingerichtet wurde. Ihr Ziel: Mehr Austausch und Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft schaffenFoto: Busse

Runder Tisch fördert Begegnungen mit Migranten

Von Christina Busse
Hamburg. „Miteinander reden, statt übereinander“, so lautet das Motto für den Runden Tisch Integration, den das Bezirksamt Hamburg-Nord im Jahr 2010 ins Leben gerufen hat. Das Ziel: Nachbarn aus den Stadtteilen miteinander ins Gespräch bringen, die sich sonst nicht kennengelernt hätten. „Unser großes Thema ist die Begegnung zwischen Zuwanderern und „Bio-Deutschen“, erläutert Ayse Ates, die als Integrationsbeauftragte des Bezirks die Veranstaltungsreihe organisiert, mit einem Augenzwinkern. „Wir möchten mit Veranstaltungen an wechselnden Orten die Menschen zueinander bringen und sie dazu anstoßen, selbst aktiv zu werden.“
Rund 22 Prozent der Einwohner im Bezirk-Nord haben einen Migrationshintergrund, in Barmbek sind es rund 30 Prozent, dazu zählen auch Kinder, bei denen beide Eltern oder ein Elternteil aus dem Ausland stammen. Ates, die selbst als Neunjährige mit ihren Eltern aus der Türkei nach Deutschland gekommen, freut sich, dass der Bezirk Nord mit dem Runden Tisch Integration eine Vorreiterrolle einnimmt und Modellcharakter für die anderen Hamburger Bezirke hat. „Es ist wichtig, dass wir den Bevölkerungsschnitt besser spiegeln und Migranten in den Gremien stärker einbinden“, betont Ates.
Der Stadtteilrat Barmbek-Süd hat es sich beispielsweise in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, sich verstärkt interkulturell aufzustellen und hat dazu die Unterstützung der Integrationsbeauftragten gesucht. Ates ist zuversichtlich, dass sie mit ihren Veranstaltungen erfolgreich Kontakte vermitteln und zur Vernetzung beitragen kann. Weitere Möglichkeiten zur Begegnung eröffnet die neue, vom Runden Tisch initiierte Kampagne „Der nächste Schritt“. Mit Projekten in den Stadtteilen wollen Institutionen vor Ort dazu beitragen, Menschen zueinander zu bringen, beispielsweise mit der Lesung einer „Migrationsgeschichte“ in der Zinnschmelze am 7. Februar, dem Besuch einer Moschee oder dem gemeinsamen Gärtnern auf dem Dulsberg unter der Devise „In 80 Kübeln um die Welt“.
„Über gemeinsame Aktivitäten werden Hemmschwellen abgebaut, so dass neue Strukturen entstehen können. Sie beleben die Stadtteile und machen Vielfalt sichtbar“, ist sich Anne Pelzer sicher, die als Expertin für interkulturelle Kommunikation den Runden Tisches mitorganisiert.
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