Hamburg: Das Risiko im Netz

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Im Web ist Medienkompetenz gefragt

Medienkompetenztag am Johannes-Brahms-Gymnasium

Hamburg. „Stell dir vor, jemand stellt einen fiesen Rap-Song über einen deiner Mitschüler auf YouTube ein. Was würdest Du tun?“, fragt Andreas Wolf. Gebannt hören ihm rund 20 Schüler zu. Die zwölf und 13 Jahre alten Mädchen und Jungen, die hier im Kreis versammelt sind, versuchen, sich in die Situation hineinzuversetzen. Sie überlegen, blicken in die Runde, die ersten melden sich. Andreas Wolf ist Jugendbeauftragter der Polizei Hamburg. Zu seinem Job gehört es, in Schulen zu gehen und Kinder und Jugendliche fit zu machen für den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet und den dazugehörigen Diensten. Heute ist er in einer siebten Klasse des Johannes-Brahms-Gymnasiums in Bramfeld zu Gast.

Online zu sein gehört hier genauso wie für die meisten Jugendlichen zum Leben dazu: Freunde kontakten über soziale Netzwerke wie Whatsapp, Facebook oder Snapchat, dazu die neuesten Fotos von der Clique posten, Songs aus dem Internet herunterladen oder in virtuelle Spielewelten abtauchen. „In der siebten Klasse haben etwa zwei Drittel der Schüler ein eigenes Smartphone“, schätzt Schulleiter Christoph Preidt. Doch an der Schule weiß man auch, dass mit den vielfältigen Möglichkeiten, die das Internet bietet, Risiken verbunden sind. Besonders Kinder und Jugendliche wissen zu wenig Bescheid und können leicht Opfer von Datenklau, Abzocke oder Cyber-Mobbing werden.

Plötzlich flattern beispielsweise enorme Rechnungen oder Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen ins Haus, Viren verursachen Schäden auf den Geräten, Fremde klinken sich ein oder abwertende Kommentare über eine Person werden verbreitet, schnell gerät die Situation außer Kontrolle. Deshalb geht die Bramfelder Schule das Thema in seinem „Medienkompetenztag“ auf mehreren Ebenen an. Tagsüber finden Vorträge und Workshops für die Siebtklässler statt, abends ein Elternabend. „Mit superguter Resonanz, 60 von 100 Eltern haben sich angemeldet“, betont Petra Pavel-Wicher, Mitglied im Elternrat. „Denkt darüber nach, was ihr im Netz schriftlich über euch preisgebt, redet mit euren Eltern darüber. Ihr seid technisch fit, eure Eltern haben die Warnsignale im Kopf“, appelliert Andreas Wolf. (cb)

Kontakt: medienkompetenz@vzhh.de
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