Hamburg: „Eher wird der HSV Meister...“

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An der Bramfelder Chaussee, Höhe Dorfplatz könnte eines Tages eine U-Bahnstation ihren Platz findenFoto: ba

Gemischte Reaktionen auf Ankündigungen für U-5-Bau in Bramfeld

Hamburg. Die Nachricht elektrisierte: Bramfeld soll eine U-Bahn bekommen. „Endlich!“, wird mancher im Stadtteil gedacht haben. Allerdings ist es bisher erst eine Idee von Hochbahnchef Günter Elste, der mit Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) eine grobe Skizze der künftigen Planung des öffentlichen Personennahverkehrs für Hamburg vorstellte (siehe auch Seite 7). Demnach könnte im Jahr 2040 die Linie U 5 von Bramfeld bis zum Osdorfer Born führen. Der Haltepunkt in Bramfeld könnte der Bramfelder Dorfplatz sein, auch Steilshoop würde angebunden. Die Reaktionen in Bramfeld auf die Ankündigung reichen von deutlich positiv bis äußerst verhalten.
„Eher wird der HSV Deutscher Meister als dass Bramfeld eine U-Bahn bekommt“, sagt Stadtteil-Urgestein Harry Schaub, seit Jahrzehnten Verfechter des Mottos „Stadtbahn ja!“. Ist er immer noch für die Stadtbahn? „Ja natürlich. Finanziell ist die U-Bahn nicht zu wuppen.“ Scholz habe ihm einmal vorgerechnet, dass eine Stadtbahn nicht zu finanzieren sei. Schaub: „Und jetzt sollen plötzlich vier oder am Ende zehn Milliarden Euro da sein?

„Ein Thema, das Scholz nichts kostet“

Dabei würde sich ein Eigenanteil beim Stadtbahnbau für Hamburg lediglich auf 400 Millionen Euro belaufen, was über zehn Jahre 40 Millionen Euro pro Jahr bedeuten würde.“ Nun gebe der Senat 260 Millionen Euro allein für das Busbeschleunigungsprogramm, aus. Eine U-Bahn sei das bessere Verkehrsmittel, das glaubt auch Schaub. Unter der Erde behindere es nicht den Individualverkehr. Aber eine Stadtbahn sei realistisch und finanzierbar.
Scholz brauche offenbar „jetzt ein Thema, das nichts kostet“, da über Planung und Finanzierung erst kommende Senate entscheiden.Bramfelds Quartiersmanagerin Sylvia Soggia sieht die Pläne positiv: „Ich finde das ausgesprochen gut, dass es eine U-Bahn-Verbindung nach Bramfeld geben soll. Der Stadtteil braucht ganz dringend eine Schienenanbindung.“ Sie favorisiert eine Haltestelle am Bramfelder Dorfplatz neben dem Haushaltswarengeschäft Damms. Vom Dorfplatz soll es ja langfristig eine Dorfpassage Richtung Marktplatz geben.Uwe Schmidt vom „Brakula“ fährt ebenfalls durchaus auf die neuen U-Bahnpläne für Bramfeld ab: „Ich finde die Idee toll und gut.

Quartiersmanagerin für U-Bahn

Auf der Stadtteilkonferenz wurde das Thema sehr kontrovers diskutiert. Die Stadtbahn ist viel billiger, die Zeiträume für den Bau einer U-Bahn sind sehr lang. Ich fand die Argumente für die U-Bahn jedoch besser. Das Vorhaben überzeugt in seinen Vorzügen. Man kann das Netz sukzessive Kilometer für Kilometer erweitern und muss nicht ein ganz neues System etablieren. Oben auf der Straße hat man schon jetzt genügend Probleme. Ich würde denken, dass die U 5 eine gute Lösung ist, wenn man erst mal anfängt und Anknüpfungspunkte schafft.“ Er weist auf die Stadtentwicklung hin: „Man kann nicht auf Teufel komm raus Wohnungen bauen. Der Nahverkehr muss nachziehen.“
„U 5? Wir freuen uns drauf“, so die spontane Reaktion von Daniel Schalin, Geschäftsführer des Bramfelder SV. Der Verein mit seinen 4.300 Mitgliedern habe ein großes Einzugsgebiet. Daher sei eine gute Nahverkehrsanbindung dringend nötig, am Ende sei es fast egal, ob Stadtbahn oder U-Bahn, Hauptsache, das Projekt komme voran. Für den BSV wäre ein Haltepunkt Ecke Steilshooper Allee/Ellernreihe ideal.

Schmidt: Oberirdisch gibt es genug Probleme

Aber auch der Dorfplatz sei gut. Aber Brakula-Chef Schmidt spricht die Befürchtung aus, die auch manche Bramfelder nach den neuen Ankündigungen haben: „Wenn es konkret wird, wird vielleicht doch wieder alles zurückgezogen.“(sta/ba/ms)
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