Hamburg: Max Bahr Bramfeld wird Bauhaus

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Vor drei Wochen gingen die Max-Bahr-Mitarbeiter auf die Straße. In der Hamburger Innenstadt demonstrierten sie für den Erhalt des Hamburger TraditionsunternehmensFoto: tvr-news

Abverkauf läuft etwa drei Monate. Mitarbeiter der Filiale werden übernommen

Von Britta Burmeister
Hamburg. Auf der Suche nach einer Lücke kreisen Autos über den Parkplatz von Max Bahr an der Bramfelder Chaussee. Den letzten Einkaufswagen hat sich gerade eine junge Familie geschnappt. Vor der Eingangstür steht ein rotes Schild mit der weißen Aufschrift „20 Prozent auf alles“. Es ist Sonnabend vor dem ersten Advent. Der dritte Tag des insolvenzbedingten Abverkaufs ist fast geschafft. In einer knappen Stunde ist Ladenschluss. Die Mitarbeiter sehen müde aus. Alle sechs Kassen sind besetzt. Trotzdem haben sich Warteschlangen gebildet. Die Hintergrundmusik scheint leiser als sonst. Der bekannte Werbe-Slogan aus dem radio, „Baumarkt seit 1879“ ist nicht zu hören. Für ein Interview ist, auch auf Nachfrage bei der Geschäftsführung, in der Filiale niemand bereit.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Die zentrale Pressestelle in Wandsbek bittet ausdrücklich darum, die Mitarbeiter in Ruhe zu lassen und ihnen Zeit zu geben, den Schock zu verdauern. Fast zwei Wochen haben sie eine Achterbahn der Gefühle erlebt und bis zum Schluss gehofft, dass sich die Zerschlagung des Konzerns abwenden ließe. Am Mittwoch war schließlich klar: Auch die Verhandlungen mit der Handelskette Globus sind gescheitert. „Das Angebot war nicht annahmefähig“, teilte ein Sprecher von Berthold Brinkmann, dem Insolvenzverwalter des Immobiliendienstleisters Moor Park dem WochenBlatt mit. Dann die Überraschung: Am Donnerstag wird bekannt, dass die Firma Bauhaus 24 Max Bahr-Standorte übernehmen wird, darunter auch die Filialen in Bramfeld, Langenhorn und Stellingen sowie den Markt in der Wandsbeker Zollstraße in Wandsbek. Zum Kaufpreis wollte Moor Park sich nicht äußern. Für die 84 Mitarbeiter des Max Bahr-Marktes an der Bramfelder Chaussee eine gute Nachricht, denn Bauhaus ließ noch am selben Tag mitteilen, dass allen Mitarbeitern vorbehaltlos die Beschäftigung zu mindestens den gleichen Bedingungen wie bei Max Bahr angeboten werde.

20 000 Kunden durchgeschleust

Die Planungen stünden allerdings noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt. Von Freude über diese Nachricht war bei Max Bahr in Bramfeld am Samstag noch nichts zu spüren. Stattdessen wurden in allen Abteilungen erste Spuren des Abverkaufs sichtbar. „Wir haben hier heute etwa 20.000 Leute durchgeschleust“, entschuldigt sich ein Mitarbeiter, erschöpft, als der Warenscanner an der Kasse einen falschen Preis anzeigt. „Es kann im Moment schon einmal vorkommen, dass die Ware nicht mehr am richtigen Platz liegt!“ Wie lange genau der Abverkauf dauern wird, steht noch nicht fest. In der Max Bahr-Zentrale rechnet man mit ungefähr drei Monaten. In Bramfeld, Langenhorn, Stellingen und Wandsbek wird danach umgeflaggt. Zu den anderen Hamburger Standorten wollte sich Moor Park bis Redaktionsschluss nicht äußern.
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