Hamburg: Neues Stadtteilzentrum

Anzeige
Die ehemalige Pathologie des AK Eilbek wird jetzt doch zum Stadtteilkulturzentrum P40 ausgebautFoto: Leuschen

Am Erika-Mann-Bogen wird nun doch das P 40 gebaut – in veränderter Form

Von Misha Leuschen
Hamburg. Die Anwohner des Parkquartiers Friedrichsberg waren verblüfft: Im Mai rollten die Bagger an der alten Pathologie des AK Eilbek an und begannen mit den Bauarbeiten für das neue kulturelle Stadtteilzentrum P40 (P steht für Pathologie, P 40 hieß das Gebäude zu Klinikzeiten). Dabei ist die Nutzung durch Gastronomie und Kultur an dieser Stelle seit Jahren umstritten. Im Hinblick auf eine zu erwartende Lärmbelästigung hatten Anwohner am Erika-Mann-Bogen erfolgreich geklagt. Die Stadt und der zukünftige Betreiber Pferdestall Kultur GmbH mussten nachbessern.

Neue Pläne

„Vor dem Hintergrund der nachbarrechtlichen Auseinandersetzung hatte das Bezirksamt die ursprünglich genehmigte Planung verworfen und ein neues Planungsverfahren durchgeführt“, bestätigt Katja Glahn, Sprecherin des Bezirks-
amtes Nord. „Oberstes Ziel für die Neuplanung war, mögliche Störungen, die vom Betrieb des P40 ausgehen könnten, auf machbare Minimum zu reduzieren.“ Das freut Frank Lundbeck von der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer Villa Friedrichsberg WEG. „Der Bezirk hat sich bewegt.“ Nun sei von nur noch 80 Nutzern anstelle von 200 die Rede, die Öffnungszeiten sollen laut Lundbeck auf Mitternacht beschränkt sein und die Anzahl der Veranstaltungen deutlich reduziert auf 30 kommerzielle kulturelle Veranstaltungen, weitere 20 unentgeltliche und 90 nachbarschaftliche jährlich.Doch Zweifel bleiben, wie es sein wird, wenn das P 40 den Betrieb aufnimmt. Ein Streitpunkt war und ist die Lüftungsanlage, hier befürchten Anwohner eine Lärmbelästigung. Bezirksamtssprecherin Glahn: „Um in Richtung des Nachbargebäudes die Fenster bei laufendem Betrieb geschlossen halten und Geruchsbelästigungen vermeiden zu können, werden für Küche und Veranstaltungssaal zwei Lüftungsanlagen eingebaut, die schallgedämmt sind.“ Volker Meier von der Pferdestall Kultur AG nimmt die Bedenken der Anwohner ernst. „Wir wollen Störungen der direkten Anwohner durch Besucher möglichst gering zu halten. Dies gilt insbesondere für die Abendstunden“, sagt er. „Ebenso haben wir Einschränkungen der Öffnungszeiten. Beispielsweise wird die kleine Sommerterrasse aus Rücksicht auf die Nachbarn bereits um 22 Uhr schließen.“
Ein Café-Bistro werde hier entstehen, das als Treffpunkt und Austauschort täglich geöffnet sein wird und insbesondere für die Nachbarschaft auch soziokulturelle und kulturelle Angebote machen wird: „Es wird Kulturveranstaltungen geben: Konzerte, Lesungen, Theater, Ausstellungen. Ferner ist ein Kursangebot geplant und wir werden Räume für nachbarschaftliche Zwecke wie Versammlungen oder Feiern zur Verfügung stellen.“
Konkurrenz zum nahe gelegenen Barmbek Basch sieht Volker Meier nicht. „Beim deutlich kleineren P40 stehen die Gastronomie und die Aufenthaltsqualität im Vordergrund. Das P40 wird täglich ab morgens geöffnet sein und wie ein Café betrieben werden. Wir sehen uns vor allem als kulturgastronomischen Identifikationsort für das neue Quartier.“
Trotz vieler Widrigkeiten hat die Pferdestall Kultur AG am P40 festgehalten. Warum? „Wir haben über all die Jahre viel Arbeit und Herzblut in die Arbeit an diesem Projekt investiert. So ist es uns ans Herz gewachsen, zumal das Gebäude selbst diese besondere Ausstrahlung hat und das letzte bauliche Überbleibsel des alten Krankenhauses sein wird“, erklärt Volker Meier.
Man glaube daran, die verständlichen Bedenken der Nachbarn in der Praxis lösen zu können. „Viele Menschen des Quartiers freuen sich sehr auf das P40.“
Im Oktober, so Katja Glahn, sollen die Bauarbeiten beendet sein. Wann das P40 dann an den Start gehen wird, darauf wollte sich Volker Meier gegenüber dem Wochenblatt noch nicht festlegen. (leu)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige