Hamburg: Nur wenige Schlaglöcher beseitigt

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Foto: thinkstock
 

Frost wird für neuen Ärger sorgen

Hamburg. Winterzeit ist auf Hamburgs Straßen auch Schlaglochzeit. Allein im Bezirk Hamburg-Nord standen nach dem letzten Winter 131 Bezirksstraßen auf der Meldeliste für „Winterschäden“. Für Autofahrer ein Ärgernis mit Langzeitwirkung, denn nur ein Bruchteil der Schäden aus dem Winter 2012/13 konnte im Laufe der letzten Monate behoben werden. Wie die Antwort von Bezirksamtsleiter Harald Rösler auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bezirksabgeordneten Christoph Ploß zeigt, sind lediglich 30 der gemeldeten Straßen saniert worden. Die meisten von ihnen wurden nur punktuell ausgebessert. Bei Minusgraden ist daher damit zu rechnen, dass alte Schäden wieder aufbrechen.
Schuld daran sind Risse in der Asphaltdecke, durch die Regenwasser in die Schotterschicht unterhalb der Fahrbahn vordringen kann. Wird aus diesem Wasser Eis, nimmt es mehr Raum ein als im flüssigen Zustand und drückt von unten gegen den Asphalt. Wenn das Eis bei milderen Temperaturen wieder schmilzt, entsteht ein Hohlraum unter der beschädigten Tragschicht. Früher oder später kann sie den Belastungen des Autoverkehrs nicht mehr standhalten. Zurück bleibt ein Schlagloch. Die Schwere der Winterschäden hängt daher auch davon ab, wie häufig sich Frost- und Tauwetter abwechseln.Seit 2006 werden in Hamburg zwei Straßenkategorien unterschieden: Hauptverkehrsstraßen und Bezirksstraßen. Die Gesamtverantwortung für Planung, Bau und Unterhaltung der Hauptverkehrsstraßen trägt das Bundesland Hamburg. Die Bezirksstraßen werden entsprechend von den Bezirksämtern betreut. Im Bezirk Hamburg-Nord stehen für den Unterhalt und die Instandsetzung von öffentlichen Straßen in den Jahren 2013 und 2014 jeweils Rahmenzuweisungen in Höhe von 1.027.000 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen pro Jahr 100.000 Euro für den Neu-, Um- und Ausbau von Straßen und 760.000 Euro für die Grundinstandsetzung von Straßen. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass die Sanierung von Straßen zum Teil umfangreiche Planungen voraussetzt, die von den Mitarbeitern des Bezirksamtes geleistet werden müssen.
Insgesamt ist die Bilanz des Bezirksamtes daher positiv: Zu Beginn des Jahres war laut Mitteilung der Tiefbauabteilung vom 29. Januar 2013 lediglich in zehn Straßen die Sanierung von Winterschäden geplant. Tatsächlich konnten 30 Straßen in Angriff genommen werden.
Aus Sicht von Christoph Ploß, verkehrspolitischer Sprecher der CDU in der Bezirksversammlung Hamburg- Nord reicht das nicht. Seine Kritik richtet sich an den Senat: „Bürgermeister Olaf Scholz hat eine völlig falsche Prioritätensetzung und vernachlässigt die Pflege der Infrastruktur in unserer Stadt. Wer an der Instandhaltung unserer Straßen spart und diese verrotten lässt, steuert die Stadt in die falsche Richtung.“ (bb)


Straßen-Sanierungsliste in Nord (Auszug)
Barmbek
Hellbrookstraße
Pfenningsbusch
Rübenkamp
Steilshooper Straße
Wiesendamm
Uhlenhorst
Immenhof
Stormsweg
Zimmerstraße
Winterhude/ Eppendorf
Beethovenstraße
Eppendorfer Weg
Falkenried
Gertigstraße
Hans-Henny-Jahnn-Weg
Immenhof
Leinpfad
Loogestieg
Schrammsweg
Südring
Wiesendamm
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