Hamburg: „Wir sind die Mitte“

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Centermanager Jürgen Brunke engagiert sich für Bramfeld Foto: Sichting

Manager der Marktplatz Galerie Bramfeld im Wochenblatt-Interview

Von Mathias Sichting
Hamburg. Die Marktplatz Galerie Bramfeld ist im Stadtteil angekommen. 10 Prozent Umsatzsteigerung in den Jahren 2012 und 2013 unterstreichen diese Zahlen. Im April 2011 eröffnete die 70 Millionen Euro Investition der MG Bramfeld Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH an der Bramfelder Chaussee Ecke Herthastraße. Von Anfang an mit dabei ist Centermanager Jürgen Brunke. Als Centermanager hat sich der 49-Jährige in der Vergangenheit sehr stark für Bramfeld engagiert. „Wir haben nicht gedacht, dass es so lange dauert, bis die Entwicklung Fahrt aufnimmt. Es war sehr schwierig, die Akzeptanz der Bramfelder zu bekommen. Wir sind jetzt die Mitte des Stadtteils“, so der Manager selbstbewusst. Im Gespräch mit dem Wochenblatt hat sich Jürgen Brunke über das Quartier, die kulturellen Höhepunkte in Bramfeld und das Umfeld der Marktplatz Galerie geäußert.

WB: Herr Brunke, Sie sind seit 2011 in Bramfeld und haben den Stadtteil durch ihre Arbeit intensiv kennengelernt. Was ist für Sie das Besondere an Bramfeld?
Jürgen Brunke: „Ich bin jetzt seit 13 Jahren in Hamburg und war in verschiedenen Stadtteil-Centern als Manager tätig. Noch nie habe ich so viele ehrenamtliche Gruppen erlebt, die versuchen, etwas zu bewegen. Das ist einzigartig an Bramfeld. Das heißt aber auch, und das würde ich mir ganz persönlich wünschen, dass eine Dachgesellschaft die engagierten Leute vereint. So könnte man gemeinsam viel mehr erreichen.“

WB: Was waren 2014 für Sie die kulturellen Glanzlichter im Stadtteil? Auf was freuen Sie sich außerdem in der näheren Zukunft?
Brunke: „Der durchschlagende Erfolg des Oldtimer und US-Car-Treffens hat mich völlig überrascht und stolz gemacht. Wir haben bei der Planung mit 200 Autos gerechnet. Am Ende mussten wir 500 Oldtimer auf den Marktplatz quetschen. Das war so ein geiler Tag: Die Oldtimerschlange nahm keine Ende. Alle wollten zu uns nach Bramfeld. Dieses Treffen wird im nächsten Jahr eine Fortsetzung erleben. Zusätzlich werden wir das Center 2015 zwei Wochen lang im Stil der 1950er Jahre mit 50er-Modenschau, Friseursalon, Wohn- und Kinderzimmer gestalten. Das 50er-Jahre-Museum aus Bramfeld unterstützt uns dabei. Da freue ich mich tierisch drauf.
Wir sind bemüht, den Besuchern mit solchen Veranstaltungen etwas zurückzugeben. Wenn die Bramfelder das annehmen, ist es für beide Seiten super. Das sage ich mit Stolz: Eine Veranstaltung mit 1.500 Leuten können in Bramfeld nur wir, weil keiner so viel Platz hat. Vergangenes Jahr haben wir als erstes Shopping Center in Deutschland eine begehbare Geisterbahn aufgestellt - die sogenannte Halloween-Gruselbox. Auch dieses Jahr steht die Gruselbox wieder im Center.“

WB: Trotz aller Euphorie: Was müsste sich in Bramfeld ändern?
Brunke: „Ich wünsche mir mehr Unterstützung vom Bezirksamt und von der Politik. Dazu stehe ich. Die Politik sollte sich mehr für die Belange der Bürger einsetzen. Die Themen sind bekannt. Wir sind als Eigentümer beim Bau des Centers von einer kommenden Stadtbahnanbindung ausgegangen. Dass diese bis heute nicht vorhanden ist, tut uns weh. Als Centermanager würde ich mir bei den Themen Gebühren und Marktplatznutzung mehr Hilfe wünschen. Wenn wir Flächen nutzen und sie am Ende sauber zurückgeben, könnte man uns auch mit Gebühren und leichteren Genehmigungsverfahren entgegen kommen.“

WB: Stichwort Stadtentwicklung. Welche Ausrichtung des Quartiersmanagements würden Sie sich wünschen?
Brunke: „Es bringt uns nichts, wenn wir als Center innen alles schön bunt und beleuchtet gestalten und das Umfeld an der Bramfelder Chaussee leer steht. Ich würde mir wünschen, dass wir ein dreijähriges Quartiersmanagement haben, als dessen Resultat ein Business Improvement District (BID) gegründet wird. Wir als Marktplatz Galerie würden uns ganz klar positionieren.
Ich kritisiere das bisherige Engagement der Grundeigentümer im Umfeld des Centers. Und ich würde mir wünschen, dass wir über das Quartiersmanagement Kontakt zu den Grundeigentümern bekommen. Es muss auf allen Seiten die Bereitschaft vorhanden sein, die Stadtentwicklung voran zu treiben. Wenn das Bramfelder Dreieck kommt, gibt es eine Verbindung vom Marktplatz zum Alten Dorfplatz. Würden die Grundeigentümer ihre Häuser sanieren und etwas gegen den Leerstand tun, hätte Bramfeld eine sehr gute Perspektive. Ich behaupte: Ein Leerstand an der Bramfelder Chaussee muss nicht sein. Wichtig wäre es, ein Leerstandsmanagement zu betreiben. Eine einheitliche Beklebung wäre ein Anfang.“

Marktplatz Galerie Bramfeld:
70 Millionen Euro
Investitionssumme
15.000 Quadratmeter
60 Geschäfte
über 10.000 Besucher täglich
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