Hamburg: Zuhause in Barmbek – noch

Anzeige
Fotos: Bulgarische Gemeinde
 
Der Priester Krastin Apostolov (30) steht in Barmbek einer jungen Gemeinde vor

Bulgarisch-Orthodoxe Gemeinde sucht eigene Kirche, gerne im Stadtteil

Hamburg. Sie würden schon gern hier – in Barmbek – bleiben, sagt Christo Karabadjakov, Sprecher der Bulgarischen Orthodoxen Kirchengemeinde Heiliger Kyrill und Heiliger Methodius. Seit ihrer Gründung 2007 hat die Gemeinde kein eigenes Zuhause, sondern ist übergangsweise in der Bugenhagenkirche am Biedermannplatz in Barmbek-Süd untergebracht. Doch ist das auf Dauer keine Lösung, denn die Zukunft der Kirche ist – wie Kirchenkreis- Sprecher Wolfgang Främke dem Wochenblatt bestätigte – noch immer ungewiss.
Seit 2004 wird sie vom Kirchenkreis Hamburg-Ost nicht mehr als eigene Predigtstätte genutzt. Zur Zeit haben in dem riesigen Gebäude das Theater „Die Burg“ (das Wochenblatt berichtete), ein Tonstudio, das Atelier einer Bühnenbildnerin, eine Werkstatt für Bühnenbau und eine Weiterbildungsakademie ihr Zuhause gefunden. Als richtige Kirche nutzen lediglich eine ghanaische und eben die bulgarisch-orthodoxe Gemeinde die Räumlichkeiten.

6.000 Bulgaren in Hamburg

Rund 100 Mitglieder hat die bulgarische Gemeinde des erst 30-jährigen Priesters Krastin Apostolov, dazu zählen neben den Bulgaren auch Russen, Rumänen, Serben, Griechen und Deutsche. „Geschätzte 6.000 Bulgaren leben in Hamburg und stellen damit sechs Prozent der in der Hansestadt lebenden Ausländer“, weiß Christo Karabadjakov.
Seit 2007 ist Bulgarien vollwertiges Mitglied der Europäischen Union, viele der hier lebenden Bulgaren sind Studenten oder gesuchte Fachkräfte: „Wir sind gut integriert.“ Der Anstoß für die Gemeindegründung kam „von unten“, sagt Karbadjakov: „Das war keine missionarische Tätigkeit von oben, sondern die Leute haben sich zusammengefunden und mit der Kirche und dem Generalkonsulat Kontakt aufgenommen.“ Gespräche mit der Evangelischen Kirche führten dazu, dass sich die Gemeinde in Barmbek gründete. Nun sucht der junge Kirchenvorstand eine feste Heimstatt für die Gemeinde. Mit den beiden Kirchen seien schon Gespräche geführt worden, aber eine Lösung sei noch nicht in Sicht, sagt Karabadjakov. „Eine Kapelle an einer großen Kirche, das wäre unsere Idealvorstellung“, sagt er. Aber die dynamischen jungen Gemeindemitglieder seien auch weltlichen und unkonventionellen Lösungen gegenüber aufgeschlossen.

Kirche soll Zentrum zur Integration sein

Die Gemeinde finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Eine seit Anfang 2012 ins Leben gerufene Spendenaktion, „Eine Kirche für Hamburg“, brachte bisher rund 12.000 Euro ein. Damit will die Gemeinde ihren Beitrag zur Integration beitragen. „Eine neue Kirche soll zu einem kulturellen Zentrum für Integrationsarbeit werden“, erklärt Karabadjakov. „Sie ist nicht nur ein Bauvorhaben, sondern ein Konzept für das friedliche Miteinander von Menschen auf Grundlage gemeinsamer christlicher Wertvorstellungen.“ (leu)

Info:
Die Bulgarisch-Orthodoxe Kirche ist eine eigenständige Kirche der christlichen, byzantinischen Orthodoxie – unabhängig als orthodoxe Ortskirche seit 927 nach Christus. Sie umfasste 2006 nach eigenen Angaben ca. 85 Prozent der knapp acht Millionen Bewohner Bulgariens, sowie etwa 1,5 bis zwei Millionen über die Balkanhalbinsel, Europa und den Rest der Welt verteilte Mitglieder.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige