Hamburger Bürger protestierten – mit Erfolg

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Die Anwohner der Fritz-Reuter-Straße vor einem der neuen Poller, der erst kürzlich aufgestellt wurde: Manfred Vogel, Peter Benchack, Erik Benchack, Merle Ludewig, Finn Ludewig, Dirk Ludewig und Boxer Skiff (v.l.) Foto: Grewe

Neue Poller in Bramfelder Fritz-Reuter-Straße und Anderheitsallee gegen „Schleichweg-Verkehr“

Von Elke Grewe
Bramfeld. Vor ihm türmt sich ein prall gefüllter Aktenordner. Dirk Ludewig aus der Fritz-Reuter-Straße zeigt die Schriftstücke nicht ohne Stolz. Jahrelanger Briefverkehr und ein großer Zeitaufwand stecken darin. Die Protestbewegung, die sich seit zirka 20 Jahren unter den Anwohnern in der Fritz-Reuter-Straße, und der angrenzenden Anderheitsallee und Fabriciusstraße regte, hatte endlich Erfolg. Täglich zur Rush-Hour nutzten Autofahrer die Nebenstraßen Anderheitsalle, Fritz-Reuter-Straße und Fabriciusstraße als „Schleichweg“ zur viel befahrenen Bramfelder Chaussee und rasten zum Teil mit 80 Kilometer pro Stunde durch das Wohngebiet (das Wochenblatt berichtete).

Deutliche Verbesserung

Die Situation hat sich seit drei Wochen für die Anwohner deutlich gebessert. Dirk Ludewig, der so etwas wie das „Sprachrohr“ der Anwohnerproteste ist: „Es wurden endlich zwei neue Poller, einer in der Anderheitsallee und einer in der Fritz-Reuter-Straße, aufgestellt. Ferner wurden die Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder - Tempo 30 - erneuert. Sie waren zuvor nur noch schlecht lesbar.“ Die Anwohner spüren bereits eine deutliche Verkehrsberuhigung. „Die neuen 30-Zonen-Schilder sind auch besonders für unsere Kinder wichtig, die zuvor ohne Risiko kaum über die Straße kamen“, so Ludewig.Manfred Vogel, der in der Fritz-Reuter-Straße 29 b ein schönes Einfamilienhaus besitzt: „Ein riesiger Stein an der Fahrbahnbegrenzung wurde diverse Male durch zu schnell fahrende Autofahrer in meine Garageneinfahrt geschleudert.“
Die Bramfelder Chaussee ist mit 3.684 Fahrzeugen täglich für die Autofahrer aus Poppenbüttel und Wellingsbüttel eine Hauptverkehrsader für die Weiterfahrt in Richtung City Nord. Es kommt gerade morgens regelmäßig zu Stauungen. Der Grund, warum viele nach Schleichwegen suchten. Aber für die Anwohner des idyllischen Wohngebietes, in das sie ja gerade wegen seiner Ruhe gezogen waren, entwickelten sich die Zustände als unzumutbar. Vor sieben Jahren wurden die ersten beiden Poller aufgestellt. Doch die trugen nicht zur Verkehrsberuhigung bei. Die Anwohner entschlossen sich, Unterschriften zu sammeln. Zirka 130 Personen, nahezu alle Anwohner, beteiligten sich an der Aktion. Dirk Ludewig: „Die Unterschriftenliste haben wir im Bezirksamt Wandsbek eingereicht. Anfang dieses Jahres trafen wir uns im Polizeikommissariat an einem runden Tisch und diskutierten über die Situation.“

Weitere Maßnahmen

Doch Tatsache ist leider auch, dass man trotz dieser Maßnahmen immer noch beobachten kann, dass Lkw mit hoher Geschwindigkeit durch das Wohngebiet fahren. „Deshalb werden wir noch weiter kämpfen“, so Manfred Vogel. „Wir kämpfen dafür, dass ein weiterer Poller in der Fritz-Reuter-Straße zwischen den Einfahrten der Hausnummern 42 und 44 aufgestellt wird. Ferner, dass es in dem Bereich zu einer Fahrbahnverengung kommt. Außerdem sollten mehr Verkehrskontrollen durchgeführt werden“, so Vogel. Dazu Torsten Larisch vom Polizeikommissariat 36: „Wir haben im Jahr 2014 in dem Bereich bisher vier Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Bei diesen Messungen wurden keine außergewöhnlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt.“ Als weitere Maßnahmen ist von Seiten der Polizei vorgesehen, einen Rückschnitt der Buchenhecke in der Fritz-Reuter-Straße 27 zu veranlassen, da diese in den öffentlichen Gehweg hineinragt. Es soll eine Gehwegbreite von 1,50 Meter gewährleistet werden. Das PK plant außerdem in der Fritz-Reuter-Straße auf Höhe der Hausnummern 21/28 eine beiderseitige Fahrbahnverengung als Querungshilfe für Fußgänger. In jedem Fall sieht sich die Bürgerinitiative in Bramfeld voll in ihrem Einsatz bestätigt.
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