Hamburger Bunker bald zu kaufen

Anzeige
Wohnungen statt Bunker? Könnte passieren. Schon im nächsten Jahr wird er vermutlich verkauft Foto: Barth

Bezirksamt: Betonklotz an der Habichtstraße wird derzeit ausgeräumt

Hamburg. Was passiert mit dem Hochbunker an der Habichtstraße 37? Ausräumarbeiten haben vor zwei Wochen begonnen – wie eine aufmerksame Anwohnerin aus der benachbarten Köster-Stiftung, die im 2. Weltkrieg sogar noch selbst als Kind Schutz vor Bomben in eben jenem Bunker suchte, dem Wochenblatt berichtete. Das Bezirksamt Nord bestätigt auf Anfrage: Der bisher für den Zivilschutz reservierte Betonklotz wird derzeit geräumt – unter anderem mit Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW) und soll bereits am 17. November leer sein. Es werden noch Metallbetten und andere Einbauten demontiert und zum Abtransport in einem Container gesammelt. Mit diesen Arbeiten ist eine Abbruchfirma beauftragt.
Der Bunker wird, ebenso wie die anderen Kriegs-Relikte aus Beton im Bezirk - in der Bramfelder Straße, im Kuhnsweg und an der Weidestraße (Tiefbunker) - vom Bezirksamt stillgelegt und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIM) übergeben. Der geräumte Bunker an der Habichtstraße wird wahrscheinlich im Laufe des nächsten Jahres vermarktet – wie alle anderen ehemaligen Schutzbunker. Die Standorte der steinernen Zeugen des Zweiten Weltkrieges sind häufig begehrtes Bauland - wie etwa in Eilbek an der Wielandstraße und in Winterhude an der Forsmannstraße, der sogar unter Denkmalschutz stand. Diese Bunker werden zurzeit abgerissen, auf den Grundstücken sollen Wohnhäuser mit mehreren Wohnungen gebaut werden. Möglich macht das die Spezial-Technik, mit der möglichst „anwohnerschonend“ der Beton abgefräst wird. Gesprengt werden Bunker in den seltensten Fällen. Der Abriss ist jedoch sehr aufwändig und dauert mehrere Monate. Anwohner müssen trotz geräuschisolierender Schutzmatten während der Bauzeit Lärm, Staub und Erschütterungen in Kauf nehmen.
Es geht aber auch anders: Der Bunker an der Humboldtstraße 91 in Barmbek-Süd zum Beispiel wurde aufgestockt. Zwei Penthouse-Wohnungen wurden auf das Dach des Bunkers gesetzt. Und in Wandsbek am Eilbeker Weg 126 bauten die Bremer Architekten Mielke+Freudenberg in den Bunker zwölf Wohnungen und ein Penthouse mit Dachterrasse. (ba)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige