Hamburger Schrebergarten verwüstet

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Komplett verwüstet wurde der Garten eines Mannes, der sich mit Hinweisen an Behörden nicht nur Freunde machte Foto: ks

Rache nach Toiletten-Kontrolle im Kleingarten „Freude“?

Barmbek. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen gab es im Kleingartenverein „Freude“ am Rübenkamp einen Anschlag auf die Parzelle von Wolfgang C.. Er hat inzwischen zwar ein wenig aufgeräumt auf seinem kleinen Grundstück, aber die Spuren der Verwüstung sind nicht zu übersehen. „Die Äste von sechs Obstbäumen haben die Täter abgesägt - Apfelbäume, Sauerkirschen und auch einen seltenen chinesischen Dattelbaum“, klagt Wolfgang C. Und nicht nur das. C.: „Das Gartenschloss wurde auch aufgebrochen, ebenso die Tür zur Laube. Die wurde dann mit Erde zugeschüttet.“

Der Schreber hat - wie beim ersten Anschlag, als seltene Kräuter durch Salzwasser vernichtet wurden - die Polizei gerufen und Strafanzeige erstattet. „Aber die verläuft wahrscheinlich auch wieder im Sande“, befürchtet C. Er vermutet Mitglieder aus dem Vereinsvorstand hinter der Attacke, die sich an ihm rächen wollen. Hintergrund: Schon vor Jahren hatte Wolfgang C. die Vereinsführung darauf hingewiesen, dass einige Parzellen-Pächter Wasseranschlüsse in ihren Lauben und sogar Spültoiletten hätten - das ist nach dem Bundeskleingartengesetz verboten. Als nichts passierte, informierte C. den Landesbund der Gartenfreunde Hamburg (das Wochenblatt berichtete) - doch auch das änderte nichts an den Zuständen im Kleingartenverein „Freude“.

Schließlich erstattete Wolfgang C. Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, schaltet auch die zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt ein. Nun gab es eine erste Reaktion: Bei einer durchgeführten Kon-
trolle wurde festgestellt, dass bei circa 20 Prozent der Pächter „Mängel vorlagen“, also Wasseranschlüsse bzw. WC-Toiletten in den Lauben installiert wurden. Inzwischen sind auch andere Kleingartenvereine ins Visier der Kontrolleure geraten.
Wolfgang C. erhält mittlerweile Unterstützung vom „Weißen Ring“, der ihm unter anderem einen Rechtsanwalt vermittelt hat. Seine Parzelle betritt er im Moment nur noch selten. Nach Einbruch der Dunkelheit schon gar nicht mehr. (ks)
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 22.10.2014 | 08:58  
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