Hamburg:„Landgefühl in der Stadt“

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Die „GreenLiving Bramfeld“-Gründer: Fenja Rath (21), Patrick Tonert (22), Sibille Essegern (53), Holger Paproth (29) und Imke Struck (43) Foto/Grafik: Ehrhorn/B. Baumann

Gründer des Bau-Projektes „GreenLiving Bramfeld“ stellten ihre Pläne vor

Von Christian Ehrhorn
Hamburg. Wohnen in einer idyllischen Nachbarschaft, in einer Wohnung nach den eigenen Vorstellungen zu einer bezahlbaren Miete. Das klingt nach Wunschdenken? Nicht für die Gründungsmitglieder des Wohnprojektes „GreenLiving Bramfeld“, das jetzt seine Pläne vorstellte.

Sie planen an der Bramfelder Chaussee auf einem Baugrund hinter dem Brakula grünes Wohnen zwischen Dorfplatz, neuer Kulturinsel und Bramfelder See. „Viele von uns haben früher auf dem Land gewohnt. Dort kannte man seine Nachbarn, man hat sich untereinander geholfen und gemeinsame Essen veranstaltet oder auch mal gefeiert. Genau dieses Landgefühl wollen wir in die Stadt bringen“, erklärt Holger Paproth (29). Er bedauert: „Hier lebt man leider sehr anonym. Die meisten seiner Nachbarn kennt oder sieht man gar nicht. Das finden wir sehr schade.“

14 Interessenten waren zum Infoabend ins Brakula gekommen. Viele waren auf den Wohnprojekttagen auf „GreenLiving Bramfeld“ gestoßen. Die Ideen der kleinen Gruppe hatten überzeugt. Besonders das enge nachbarschaftliche Verhältnis war für viele ein wichtiger Punkt. Für gemeinschaftliche Aktivitäten in der Nachbarschaft sollen eigne Räume in den neuen Häusern geschaffen werden. Zudem ist geplant, einen gemeinsamen Gemüsegarten anzulegen. „Mit der Ernte kann dann gemeinsam gekocht werden“, erklärt Holger Paproth weiter.
Aber auch die Wohnungen selber sollen anders werden als in üblichen Wohnhäusern. „Meist sehen die Wohnungen in einem Haus alle gleich aus. Wir wollen aber, dass jeder nach Möglichkeit seine individuelle Wunschwohnung bekommt. Sei es in der Größe oder der Aufteilung der Räume. Man soll sich selber verwirklichen können.“

Vier Häuser sollen auf dem Grundstück hinter dem Brakula gebaut werden. Jedes soll etwa 400 Quadratmeter Wohnfläche haben. Neun bis zwölf Wohnungen sollen in jedem Haus entstehen. Um dies in die Tat umzusetzen, sucht das Wohnprojekt noch nach einer Genossenschaft, der es sich anschließen kann.
„Wir haben schon einige im Auge“, so Holger Paproth. „Es gibt ein paar kleinere Genossenschaft, die genau nach solchen Wohnprojekten suchen. Wir müssen aber sicherstellen, dass wir auch weiterhin unsere Wünsche umsetzen können.“
„...besonders, was den Mietpreis angeht. Schätzungen aufgrund des aktuellen Mietspiegels gehen von 9,88 Euro pro Quadratmeter aus. In diesem Bereich wollen wir auch bleiben.“ Doch besonders für ältere Interessenten ist das schon zu hoch. Bei ihnen kommen Zweifel auf, ob sie sich das von ihrer Rente leisten können. „Das ist alles erst mal eine grobe Planung“, sagt Imke Struck (43). „Wir können lediglich unsere Pläne vorstellen. Was die Miete angeht, das wird sich später alles zeigen.“

Hoffen auf günstige Miete

Dass sie aber eine relativ günstige Miete haben wollen, darin sind sich alle Gründungsmitglieder einig. „Da lassen wir auch nicht mit uns verhandeln“, erklärt Holger Paproth. „Darauf muss die Genossenschaft eingehen, um mit uns zu kooperieren. Wie es allerdings später mit eventuellen Mieterhöhungen aussieht, das bleibt dann abzuwarten.“ (ce)

Wer mehr über das Wohnprojekt wissen möchte: Am 9. Dezember um 18.30 Uhr findet im Brakula der nächste Info-Abend von „Green Living Bramfeld“ statt.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 03.12.2014 | 08:25  
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