Helfer auf vier Pfoten

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Änne Türke und ihr Hund Jonah arbeiten bereits seit 2008 gemeinsam in der Pflege von demenzkranken Menschen. Türke ist Initiatorin von „Vier Pfoten für Sie“ Foto: nk

Tierischer Besuch für Demenzkranke

Hamburg. „Wir sind ein schöner Moment in einer tristen Alltagswoche“, erklärt Änne Türke (37). Sie ist die Initiatorin und Projektleiterin von „4 Pfoten für Sie“, einem Hunde-Besuchsdienst für Demenzkranke in Köln. In Hamburg soll es ab dem kommenden Jahr auch einen solchen Besuchsdienst geben. Dafür stellten am Montag der Lions Club Waterkant und die Hamburgische Brücke alle Weichen. Und auch die Behörde für Gesundheit und Umweltschutz hatte noch eine Überraschung bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages parat.

Hunde-Besuchsdienst

„Es sind ganz normale Hunde, die im Besuchsdienst eingesetzt werden“, sagt Änne Türke. Sie ist zusammen mit ihrem Labrador Jonah (6) aus Köln in die Hansestadt gereist, um hier gemeinsam mit Norbert Balszuweit, Präsident des Lions-Club Hamburg-Waterkant und Kirsten Arthecker, Geschäftsführerin der Hamburgische Brücke – Gesellschaft für private Sozialarbeit einen Kooperationsvertrag zu unterzeichnen. Der Lions Club Waterkant setzt sich für das seiner Meinung nach vernachlässigte Thema Geriatrie ein und möchte finanziell den Hundebesuchsdienst anschieben. Dazu Norbert Balszuweit: „Vor drei Jahren entstand die Idee, einen Therapiehund auszubilden. Nun hoffen wir, dass wir die Saat für eine bessere Betreuung für Demenzkranke einleiten konnten.“ Denn von der Kooperation zwischen Lions Club Waterkant, dem Hundebesuchsdienst und der Hamburgischen Brücke sollen alle an Demenz erkrankten Patienten profitieren. Schon im kommenden Jahr will der Dienst starten. Kirsten Arthecker zeigt sich optimistisch. Obwohl sie, als man das Projekt an sie herantrug, gut 30 Minuten überlegen musste, wie Hund und demenzkranker Mensch zusammen passen, findet sie nun, dass dieses Projekt eine „tolle Idee“ ist. „Wir sind Projektnehmer“, freute sie sich beim feierlichen Akt im Veranstaltungszelt Konfetti im Kopf an der St. Petri-Kirche in der Innenstadt.

Eignungstests im August

Jeder Hund, der charakterlich dazu in der Lage ist, ist geeignet, um beim Hundebesuchsdienst mitzumachen. Von Mops, über Dackel bis zur Dogge. „Es kommt nicht auf die Rasse an“, führt Türke aus, „es kommt auf den Charakter an.“ Mitmachen kann eigentlich jeder.
Wer sich ehrenamtlich zusammen mit seinem Hund in diesem Besuchsdienst engagieren möchte, muss sich erst einmal qualifizieren. Dazu wird es im August und September Eignungstests geben.
Informationen und Anmeldung bei der Beratungsstelle für ältere Menschen Tel. 040 – 4 60 21 58 oder per E-Mail bst@hamburgische-bruecke.de. Angelika Tumuschat-Bruhn, von Seniorenarbeit und pflegerische Versorgungsstruktur, Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, hatte dann noch eine Überraschung in petto: Im Verbund mit allen Pflegekassen wird der Hundebesuchsdienst für Demenzkranke von der Krankenkassen bezahlt.
Tumuschat-Bruhn: „Das bedeutet, jeder kann sich diesen Besuchsdienst leisten.“ Als so genanntes niederschwelliges Betreuungsangebot können die Leistungen direkt mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Diese Nachricht dürfte vor allem für Angehörige von Demenzkranken wichtig sein. (nk)
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