Hertie-Abriss erst 2014

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Weihnachtsmarkt im Schatten von Hertie: Die Beschicker sind froh, dass im Dezember noch nicht abgerissen wirdFoto: Leuschen

Bauherr bestätigt Verzögerung. Weihnachtsmarktbetreiber freut‘s

Von Misha Leuschen
Barmbek. Wer hätte gedacht, dass sich die Barmbeker mal über eine weitere Verzögerung beim Abriss des Hertie-Hauses freuen würden? Ende Dezember sollte die Ruine endlich abgerissen werden, doch Lärm und Baudreck hätten den 2. Barmbeker Weihnachtsmarkt, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite stattfindet, sehr beeinträchtigt. „In diesem Jahr wird es nicht mehr losgehen“, erklärt Gunter Köhnlein für den Bauherrn Development Partner (DP). Das freut vor allem die Besucher und Beschicker des Weihnachtsmarktes. Veranstalter Marno Happ ist mit dem Verlauf des diesjährigen Marktes sehr zufrieden: „Der Weihnachtsmarkt wird gut angenommen, das zeigt sich auch am Umsatz. Wie gut, dass wir nun keine Baustelle vor der Nase haben werden!“ Auch André Loose, der auf der Piazzetta wie schon in den Jahren zuvor Weihnachtsbäume verkauft, ist erleichtert. „Vor zwei Jahren war noch keine Weihnachtsmarkt, dafür hier aber eine Baustelle, das hat man sehr gemerkt“, erzählt er. „Da war hier nix los.“ Nun kommen nicht nur die Stammkunden, um sich ihren Baum zu sichern. Wann es denn endlich mit dem Hertie-Haus weitergehen wird, das kann auch Gunter Köhnlein nicht sagen. „Ein genauer Zeitpunkt kann nach wie vor nicht genannt werden, da sowohl der nachbarschaftliche als auch der städtebauliche Vertrag noch nicht geschlossen wurden“, erklärt er.
Für den Neubau der VBG – ein mehrstöckiges Gebäude mit einem 56 Meter hohem Turmbau – auf dem ehemaligen Busbahnhofsgelände habe die Verzögerung keine Konsequenzen. „Wir liegen im Plan“, versichert Dorothee Martin, Sprecherin des Projektentwicklers ECE. Anfang 2014 soll es hier losgehen – „definitiv“.

Bürgerbegehren gescheitert
Wie das Bezirksamt jetzt der Bezirksversammlung mitteilte, ist das am 5. Juni angemeldete Bürgerbegehren „Turmbau zu Barmbek stoppen“ nicht zustande gekommen. Statt 6.792 nötiger Unterschriften konnten lediglich 110 gesammelt werden. Der Protest der gleichnamigen Bürgerinitiative richtete sich gegen den geplanten Bau des fünfstöckigen Bürogebäudes, das bis 2015 für die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) auf dem Grundstück des ehemaligen Barmbeker Busbahnhofs errichtet werden soll. Für das Zustandekommen eines Bürgerbegehrens muss dieses von drei Prozent der wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner eines Bezirks unterstützt werden, so will es das Bezirksabstimmungsdurchführungsgesetz. Am 5. Dezember war die Sechsmonatsfrist für die Unterschriftensammlung abgelaufen. Dem Bezirksamt lagen zu diesem Zeitpunkt lediglich die Unterschriftenlisten vor, die in den Geschäftsstellen des Bezirksamtes ausgelegt worden waren - mit entsprechend wenig Eintragungen. (bb)
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