Hilft Wein gegen Graffiti?

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Der Monopteros, der Pavillon im Hayns Park, ist quasi dauerbeschmiert. Vielleicht hilft wilder Wein, um die „Künstler“ abzuhalten? Foto: Hanke

Schutzlack vergebens. Bezirk Nord fordert neues Programm

Von Christian Hanke
Eppendorf. Das Bezirksamt Hamburg-Nord wünscht sich eine Wiedereinführung des Anti-Graffiti-Förderprogramms der Umweltbehörde, mit dem private Grundeigentümer bei der Beseitigung von Graffitis finanziell unterstützt wurden. Das geht aus den Antworten des Amtes auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bezirksabgeordneten Christoph Ploß zum Thema Graffiti im Bezirk Nord hervor. Graffitis werden zwar beharrlich vom Bezirksamt Hamburg-Nord übermalt, doch die Graffitisprayer kommen immer wieder. Wie zum Monopteros, dem kleinen Pavillon im Hayns Park, auf den 2006 sogar ein spezieller Schutzlack aufgetragen wurde. Der hilft inzwischen nicht mehr. „Die Sprayer benutzen seit 2009 mit Säure gefüllte Edding-Stifte und ätzen Muster in den Lacküberzug“, erzählt Katja Glahn, die Sprecherin des Bezirksamtes Hamburg-Nord. Die Reinigung des Bauwerkes kostet jedes Mal 1500 Euro. Vielleicht hilft ja mehr Grün. Der Monopteros im Hayns Park jedenfalls wird jetzt mit wildem Wein berankt
Gebäude werden im Bezirk Hamburg-Nord sofort von Graffitis gereinigt. Im Zeitraum 2011 bis 2013 gab das Gebäudemanagement des Bezirks 1.770 Euro für die Beseitigung von Graffitis aus. Dem Management des öffentlichen Raumes dagegen, das Grünanlagen, Bezirksstraßen, Brücken und Tunnel verwaltet, stehen, so die Antwort auf die Kleine Anfrage von Christoph Ploß, keine gesonderten Mittel zur Graffitibeseitigung zur Verfügung. „Daher werden meistens keine gesonderten Maßnahmen zur Beseitigung durchgeführt.“ Wenn dann doch, wird´s gleich teuer. 2011 wurden vier Bauwerke gereinigt. Kostenpunkt: 7.000 Euro. Doch „Die vorhandenen Ressourcen reichen nicht aus, um alle Graffiti zu beseitigen.“ Die Entfernung von Graffitis, die die Verkehrssicherheit gefährden, die verfassungsfeindliche Symbole oder die Grundrechte tangierende Verunglimpfungen enthalten und auch die Reinigung von Grünanlagen und Kinderspielplätzen sowie von Kunstwerken genießen Priorität und werden möglichst sofort durchgeführt. Private Firmen, die das Bezirksamt beauftragt, lassen übermalen oder schleifen die Graffiti ab. Viele, die nicht unter die Prioritäten fallen, bleiben. Sie gehören mittlerweile zum Stadtbild. .
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Fran Kee 【Ƿ】 aus Barmbek | 09.09.2013 | 20:35  
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