Hohe Auszeichnung für Arno Surminski

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Arno Surminski will versöhnen. Für sein Werk erhielt er jetzt das Bundesverdienstkreuz Foto: Krause

Bundesverdienstkreuz für Barmbeker Schriftsteller aus Ostpreußen. Versöhnung ist eines seiner Hauptthemen

Von Franz-Josef Krause
Barmbek
Der in Barmbek lebende Schriftsteller Arno Surminski erhielt jetzt für sein schriftstellerisches Werk das Bundesverdienstkreuz am Bande. Immer wieder beschäftigt ihn das Thema Polen und Deutschland. Mit seinen Arbeiten eine versöhnende Brücke zu schlagen, ist das große Anliegen Arno Surminskis, des in Ostpreußen geborenen Schriftstellers. Die Wolfsschanze, das militärische Lagezentrum des Führungsstabes der deutschen Wehrmacht mit Führerhauptquartier, lag im Kreis Rastenburg im damaligen Ostpreußen. Hier scheiterte am 20. Juli 1944 das Attentat auf Adolf Hitler. Was wäre gewesen, wenn die Tat geglückt wäre? Wäre so Millionen von Menschen Tod, Deportation, Flucht oder Vertreibung erspart geblieben? Der mit vielen Auszeichnungen geehrte Schriftteller Arno Surminski hat sich dem Schicksal, das Menschen gegen Ende des 2. Weltkrieges erleiden mussten, immer wieder literarisch genähert. Arno Surminskis Heimatdorf Jäglack – in seinen Werken taucht es als „Jokehnen“ auf – lag ebenfalls im Kreis Rastenburg, am östlichen Rande Deutschlands. Hier wurde er am 20. August 1934 als Sohn des Schneidermeisters und Dorfbürgermeisters Max Surminski geboren. Beim Einmarsch verschleppten die sowjetischen Sieger seine Eltern. Es dauerte viele Jahre, bis der Sohn Gewissheit über das Schicksal und den Tod seiner Eltern erhalten sollte. Haben seine Geschichten immer einen wahren Kern? „Fast immer, doch selbstverständlich entwickle ich den Stoff weiter“, bestätigt er. Rückblickend hat sich für den elternlos vertriebenen Jungen vieles zum Guten gekehrt: „Ob ich wohl in Jäglack den Schritt zur Schriftstellerei geschafft hätte, denn das war schon als Schulkind mein sehnlichster Wunsch – schreiben, schreiben, schreiben“, fragt er sich. Zuvor ging es aber auf grundsoliden Wegen weiter. Erst Volksschule in Trittau, dann Lehre als Anwaltsgehilfe. Mit drei Freunden später Jahre ging er in die „Wildnis“. In Kanada verdient er sein Geld als Holzfäller. Immer werden Notizen gemacht, reifen Gedanken zu zukünftigen literarischen Projekten. Zurück in Deutschland ist ein Jahrzehnt lang die Rechtsabteilung einer Versicherung sein beruflicher Mittelpunkt. Gleichzeitig schreibt er. Keine Romane oder Novellen, sondern er profiliert sich als Wirtschafts- und Versicherungsfachjournalist. Die Wirtschaftsseiten der FAZ zählen ihn zu ihren Autoren. Der Abschied aus der Festanstellung schafft Raum für eigenständige schöpferische Arbeit. Dafür wurde ihm am Freitag im Rathaus nun das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht.
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