In Hamburg leben 10.000 Katzen auf der Straße

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Monika Freitag füttert eine der eingefangenen verwilderten Katzen Foto: Hamburger Tierschutzverein

Monika Freitag aus Langenhorn kümmert sich um sie. Tierschutzverein bittet um Mithilfe

Von Klaus Schlichtmann
Hamburg
Die genaue Zahl weiß man nicht, aber schon allein die Schätzung ist alarmierend: rund 10.000 Katzen leben in Hamburg auf der Straße. Diese „Stubentiger“ haben eben kein Zuhause, sie sind auf sich gestellt – ohne menschliche Fürsorge oder medizinische Versorgung, ein ständiger Überlebenskampf. Obwohl nur ein Teil der Tiere das Erwachsenenalter überhaupt erreicht, wächst die Population weiter an – selbst eine geschwächte weibliche Katze kann noch bis zu drei Würfe im Jahr großziehen. Monika Freitag (47) aus Langenhorn ist eine der beiden festangestellten Frauen des Hamburger Tierschutzvereins in Hamm, die sich seit sechs Jahren um diese scheuen Tiere kümmern. Fast täglich ist sie mit dem „Katzenhilfe“-Auto kreuz- und quer in Hamburg unterwegs, um die verwilderten Tiere an 60 kontrollierten Plätzen zu versorgen, hauptsächlich mit Futter und Wasser, aber auch immer wieder mit Medikamenten wie Wurm- und Flohkuren. Rund hundert Kilometer täglich legt sie dabei mit ihrem Dienstwagen zurück – finanziert übrigens aus dem großzügigen Nachlass einer verstorbenen Seniorin. „Kitekat mit Ente ist gerade der Renner unter meiner Kundschaft“, sagt Monika Freitag und lacht. „Trockenfutter gibt es natürlich auch, vor allem in der kalten Jahreszeit.“ Füttern und Versorgen ist eine ihrer Aufgaben. Mindestens genauso wichtig aber ist das Einfangen der Katzen mit einer Lebendfalle, um sie dann zur Kastration ins Tierheim zu bringen. Auf diese Weise hat der Hamburger Tierschutzverein im vergangenen Jahr 459 verwilderte Katzen kastriert. Danach wurden sie – mit einer Kerbe im Ohr markiert – in ihre alte, vertraute Heimat zurück gebracht. Einige wenige finden als sogenannte „Freigänger“ Aufnahme im Tierheim – wie Siamkater Moritz aus Wandsbek. Die hübsche, aber scheue, rund zwei Jahre alte Katze wartet nun mit rund einem weiteren Dutzend Art- beziehungsweise Leidensgenossen auf Menschen, die ihnen eine Heimat geben. Menschen wie Katzen-Betreuerin Monika Freitag – sie hat inzwischen vier Stubentiger zu Hause. Die Kosten für das Katzenschutz-Programm belaufen sich auf rund 100.000 Euro jährlich. Die Stadt Hamburg beteiligt sich mit 60.000 Euro an diesem Etat, der Rest wird mit Spendengeldern finanziert. Der Tierschutzverein appelliert an dieser Stelle nochmal an die Leser: „Teilen Sie uns bitte mit, falls Sie Hinweise auf verwilderte Katzen haben.“

Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V., Süderstraße 399, Telefon 0152-09 08 60 39, kontakt@hamburger-tierschutzverein.de. Weitere Infos: www.hamburger-tierschutzverein.de
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