Internet-Aktion wider die Parkplatznot

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Udo Schröder, Anwohner und Polizist des Kommissariats 31, befürchtet durch die Umgestaltung den Wegfall von insgesamt 130 Parkplätzen Foto: Sichting
 
Am Wiesendamm wird zurzeit am Straßenrand geparkt Foto: Sichting

Udo Schröder fürchtet Chaos durch Umbau am Wiesendamm

Barmbek Der Wiesendamm wird umgebaut, so wurde es im März in der Bezirksversammlung beschlossen, voraussichtlich im Frühjahr 2016. Ein Radfahrstreifen auf der südlichen Fahrbahn und drei Querungshilfen sollen zwischen Goldbekufer und Saarlandstraße für Sicherheit sorgen (das Wochenblatt berichtete). Überhaupt nicht begeistert von dieser Maßnahme ist Udo Schröder (55). Der Anwohner und Polizist des Kommissariats 31 befürchtet durch die Umgestaltung den Wegfall von insgesamt 130 Parkplätzen, darunter auch 80 illegale Stellplätze, der die dramatische Parkplatzsituation am Wiesendamm zusätzlich verschärft. „Ein Auto löst sich nicht in Luft auf. Das lässt sich auch nicht wie ein Fahrrad mal schnell in den Keller stellen. Wenn die Anwohner nach Fertigstellung der geplanten Bauarbeiten abends mit ihrem Auto nach Hause kommen, müssen sie sich in Zukunft unter erschwerten Bedingungen einen Parkplatz suchen. Auf ihrer Parkplatzsuche kurven sie mehrere Kilometer durch die angrenzende Wohnsiedlung. Das ist laut und nicht sehr umweltfreundlich. Das ist hier so eine schöne Gegend, aber das wird sich bald ändern. Ich befürchte, dass das zu einem Chaos führt“, so der 55-Jährige besorgt. Um seine Nachbarn und die betroffenen Autofahrer vor dem „Bau-Irrsinn“ zu warnen und über das bevorstehende Chaos zu informieren, hat er einen Internetblog gestartet. Auf www.criticalcars.wordpress.com widmet er sich unter dem Motto „Parkst du schon oder suchst du noch?“ dem Thema. „Ich habe mir gedacht, du musst irgendwas machen.“
„Die Anwohner müssen doch über die Probleme Bescheid wissen. Diese möchte ich hier näherbringen, in der Hoffnung, dass alle Anwohner sich für Alternativen stark machen. Als Polizist habe ich tagtäglich damit zu tun. Da lag es nahe, den Blog ins Netz zu stellen.“ Vor vier Wochen hat Udo Schröder in einer ersten Aktion 180 Handzettel verteilt. Er wollte aber weitaus mehr Anwohner erreichen. „Es geht nicht mehr, das Fass ist am überlaufen“, so Schröder. Er fährt selber viel mit dem Fahrrad und hat nichts gegen Radfahrer im Allgemeinen. Der Verlust von Parkplätzen ist für ihn aber nicht mehr tolerierbar.

Forderungen


Laut Schröder werden immer mehr legale Parkplätze vernichtet. „Die Anwohner brauchen nach dem Umbau gar nicht mehr mit ihren Autos nach Hause kommen. Sie können in den Randgebieten parken. Hier wird es bald gar keine Parkplätze mehr geben“, so Schröder. Staus sind seiner Meinung nach vorprogrammiert. „Den vorgesehenen Radfahrstreifen darf man verkehrsrechtlich nicht befahren und zuparken oder gar darauf halten. Umzugsunternehmen, Taxen, Paketdienste und Krankentransporte dürfen nicht auf dem Radfahrstreifen oder der Fahrbahn stehenbleiben. Das wird zu Verkehrsbehinderungen führen, besonders wenn die Müllabfuhr kommt“, ist sich Schröder sicher. Er fordert statt der aktuellen Planung einen Schutzstreifen mit gestrichelter Linie für die Radfahrer mittig der Fahrbahn statt des Radfahrstreifens am Fahrbahnrand. „Der Autofahrer muss dann hinter dem Radfahrer bleiben, aber bei nur 750 Metern ist das kein Drama. Die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit auf diesem Abschnitt liegt bei nur 43 Km/h. Man könnte so zumindest den gesamten Fahrbahnrand als Parkfläche erhalten und auch zum Be- und Entladen auf dem Schutzstreifen halten“, so der Polizist. Ein Radweg mitten auf dem Grünstreifen des Wiesendamms wäre denkbar gewesen. Auch das Thema schräg parken ist für Udo Schröder ein Thema. „Dann müsste man nur einen kleinen Sicherheitsstreifen zum Rangieren installieren. Oder Längsparktaschen auf dem Mittelstreifen der nördlichen Fahrbahn. Das wäre rein theoretisch ohne viel Aufwand machbar“, weiß Schröder.
Momentan denkt er über eine Unterschriftensammlung nach. „Die Frage ist doch: Wieviele Anwohner unterschreiben dann dort? Ich werde jetzt schauen, wie groß das Feedback für den Blog in den kommenden Tagen ist. Wenn ich Mitstreiter finde, kann man nochmal über eine Unterschriftensammlung nachdenken. Es werden am Ende nicht nur die Autofahrer betroffen sein, sondern alle Anwohner werden merken, dass die Wohnqualität sinkt“, sagt Schröder. Bis dahin will er seinen Blog überarbeiten und die Zugriffszahlen prüfen. (ms)

Weitere Infos: www.criticalcars.wordpress.com
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15 Kommentare
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Timo Baumann aus Winterhude | 17.06.2015 | 08:40  
392
Michael Kahnt aus Barmbek | 17.06.2015 | 09:55  
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Be Li aus Fuhlsbüttel | 17.06.2015 | 12:40  
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Laura Günter aus Altstadt | 17.06.2015 | 13:05  
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Stefan Warda aus Neustadt | 17.06.2015 | 13:46  
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Stefan Warda aus Neustadt | 17.06.2015 | 13:47  
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Stefan Warda aus Neustadt | 17.06.2015 | 14:21  
7
Andreas Krohn aus Barmbek | 17.06.2015 | 16:31  
6
Uwe Mesterjahn aus Borgfelde | 17.06.2015 | 19:57  
6
Ole B. aus Barmbek | 17.06.2015 | 20:11  
392
Michael Kahnt aus Barmbek | 18.06.2015 | 10:50  
26
Horst Holl aus Winterhude | 18.06.2015 | 19:43  
59
Klaus Sebaldt aus Barmbek | 18.06.2015 | 20:14  
6
Tatjana Liesemann aus Winterhude | 05.07.2015 | 23:10  
59
Klaus Sebaldt aus Barmbek | 08.07.2015 | 20:21  
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