„Irre Morde“ aus Bramfeld

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Krimiautorin Elisabeth Bacher (36) und die „Grausame Gräfin“ Foto: Jenssen

Autorin Elisabeth Bacher ließ sich von Skulpturen auf dem Friedhof Ohlsdorf inspirieren

Von Martin Jenssen
Bramfeld/Ohlsdorf. In einem psychiatrischen Krankenhaus in Hamburg (der fiktiven Hansaklinik) geht ein grausamer Mörder um, der den Todeskampf seiner Opfer zeichnet. Die Bilder der Opfer hinterlässt er an den Tatorten. Unter den Opfern sind Ärzte und Patienten.
Im Mittelpunkt des Romans mit dem Titel „Ich vermisse dich nicht“ steht eine junge Frau namens „Amelie“, die an einer Amnesie leidet. Ihre Herkunft gibt der Kripo und den Ärzten viele Rätsel auf.
Geschrieben hat den absolut „irren“ Krimi Elisabeth Bacher (36) aus Bramfeld. Es ist ein Roman, der sich durch gute medizinische Fachkenntnis und fundierte Hamburg-Kenntnisse auszeichnet. Dabei ist die Autorin eine Schwäbin. Elisabeth Bacher wurde in Stuttgart geboren. Nach einem Studium für Geschichte und Germanistik in Tübingen wechselte sie nach Hamburg. In der Hansestadt arbeitete sie als Journalistin für einen Fachverlag.
Mit der Arbeit an dem Roman begann sie während der Schwangerschaft mit ihrem Sohn Benaja, der inzwischen drei Jahre alt ist. Damals hatte sie viel Zeit, um Hamburg zu erkunden. Die Fachkenntnisse über Psychiatrie gewann zu sie unter anderem durch viele Besuche in einer Klinik, in der zeitweise eine ihrer besten Freundinnen, eine bekannte Hamburger Rapperin, behandelt wurde.
Bei ihren Streifzügen durch die Hansestadt spazierte Elisabeth Bacher auch mehrmals über den Ohlsdorfer Friedhof. „Ich war erstaunt, wie riesig dieser Friedhof ist“, sagt die Krimiautorin. „Ich habe mich dort verlaufen.“
Beeindruckt war sie von den gewaltigen Denkmälern, die sich in der Parkanlage befinden. In der Nähe von Kapelle sieben entdeckte sie die Skulptur der „Grausamen Gräfin“, die in ihrem Roman eine wichtige Rolle spielt. Elisabeth Bacher beschreibt das Denkmal in ihrem Roman so:
An diesem Tag hatte er sich mit Stiften und Zeichenblock vor einer gewaltigen Plastik positioniert: Einer kastigen, überdimensionalen Frau, Typus germanisch-heldenhaft, die ihre bemitleidenswerten Opfer zur Linken und zur Rechten an den Haaren hinter sich her schleift. Das Denkmal trägt zwar offiziell den Namen „Das Schicksal“, im Volksmund wurde das Monument jedoch unter dem Spitznamen „Die grausame Gräfin“ bekannt. Er war fasziniert von der Grobschlächtigkeit der wuchtigen Frau und der Hilflosigkeit ihrer Opfer, deren schmerzverzerrte Münder stumme Schreie ausstießen.
„Das Schicksal“ wurde von dem Berliner Bildhauer Bruno Lederer (1871 – 1940) im Auftrag für die Familie des Hamburger Kaufmanns Eduard Amandus Lippert geschaffen. Das Hamburger Wochenblatt berichtete im April über die Familie und den Verfall ihres Grabmals auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Der bekannte Berliner Bildhauer schuf für Hamburg u. a. auch das 34,3 Meter hohe Bismarck-Denkmal im „Alten Elbpark“ in St. Pauli.
Wie die „Grausame Gräfin“ in die Psycho-Morde verstrickt ist, erfährt man in dem Roman: „Ich vermisse dich nicht“, erschienen im Mai diesen Jahres im „Salonlöwe Verlag“ in Mainz. Preis: 9.95 Euro. Inzwischen arbeitet Elisabeth Bacher an einer Fortsetzung des Romans. (Je)
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