Junge Flüchtlinge kommen

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In dem rot eingekreisten Areal soll die Unterkunft entstehen Foto: FHH

Pläne für Unterbringung von 40 „MuFl“ an der Straße Lerchenfeld

Barmbek/UHlenhorst Der Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB) beabsichtigt, in der Straße Lerchenfeld gegenüber dem Haus Nummer 5 - zwischen dem Gymnasium und der Hochschule für Bildende Künste - ab voraussichtlich Juni sogenannte „mobile Wohneinheiten“, also entweder Container oder Modulhäuser aufzustellen und dort bis zu 40 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Rahmen der Erstversorgung zu betreuen.
Aktuell wird die Übernahme dieses städtischen Grundstücks und die Laufzeit der Nutzung im Detail mit dem Bezirksamt Hamburg Nord und dem Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) abgeklärt. Im Bezirksamt hat man noch Zweifel, ob sich das Areal tatsächlich zur Flüchtlingsunterbringung eignet. Der LSBG nutze die Fläche noch, weiß Bezirksamtsleiter Harald Rösler, das müsse nochmal ganz genau abgeklärt werden.

300 neue Plätze gesucht


„Der LSBG hat dort einen Bürocontainer stehen für die Bauüberwachung seiner Projekte“, gibt Behördensprecherin Helma Krstanoski dem Wochenblatt Auskunft. Der Standort werde nicht aufgegeben. „Der LSBG hat allerdings vor einiger Zeit einen größeren Teil der Fläche an das Bezirksamt zurück gegeben“, so die Sprecherin weiter. Und an dieser hat der LEB offenbar Interesse. „Die Planungen haben gerade erst begonnen, sollen aber zügig vorangetrieben werden“, sagt LEB-Sprecherin Bettina Bormann. Voraussichtlich müsse noch eine „Flächenprüfung auf Bomben“ vorgenommen werden. Zwei bis fünf Jahre soll der Standort für minderjährige jugendliche Flüchtlinge (MuFl) genutzt werden. Hintergrund für diese Maßnahme ist der seit Jahren starke Zugang unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge, der sich seit Juli 2014 erneut verstärkt hat. „Nur um den aktuell erkennbaren Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für diese Zielgruppe decken zu können, müssen in diesem Jahr 300 neue Plätze geschaffen werden“, argumentiert der LEB. Die Maßnahme diene auch der angestrebten Entlastung des Kinder- und Jugendnotdienstes in der Feuerbergstraße von der Unterbringung von jungen Flüchtlingen.
Ausschließlich männliche junge Flüchtlinge sollen im Lerchenfeld rund um die Uhr betreut werden. Wie viel Betreuer werden für die 40 MuFl im Einsatz sein? Gemäß dem für die Erstversorgung geltenden Personalschlüssel 1:3 betreuen insgesamt 13 Erzieher die Jugendlichen. „Zusätzlich wird es eine Nachtaufsicht geben, das heißt, ein Sicherheitsdienst wird beauftragt werden“, heißt es beim LEB. Weiterhin werden Sprach- und Kulturmittler und eine hauswirtschaftliche Fachkraft eingesetzt. Die Aufenthaltsdauer eines Minderjährigen werde erfahrungsgemäß drei bis fünf Monate betragen, bevor ein Wechsel in eine Hilfe zur Erziehung an einem anderen Ort erfolge.
Bis Mitte April muss das Bezirksamt gegenüber dem LEB seine Stellungnahme abgeben. Erst danach werde es eine entsprechende Informationsveranstaltung für die Anlieger geben, heißt es im Bezirksamt Hamburg-Nord. (ba)
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Rainer Stelling aus St. Georg | 05.04.2015 | 11:16  
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