Junges Gemüse im neuen „Fuhlsgarden“

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Lena Claro (re.) und Helge Nissen legen die ersten Hochbeete für Gemüse und Kräuter an Foto: Busse

Erstes Urban Gardening-Projekt in Barmbek gestartet. Im Juni ist ein Sommerfest geplant. Wer macht mit?

Barmbek Erdbeer-, Rote Beete- und Mangoldpflänzchen warten darauf in frischer Erde Wurzeln zu schlagen. Lena Claro und Helge Nissen bereiten die Beete vor. Und die haben es in sich: Damit das junge Gemüse in den stabilen Holzkästen wächst und gedeiht, werden die Hochbeete mit einer speziellen Erdmischung bestückt. Obenauf kommen fünf Kubikmeter nahrhafter Boden vom Bio-Hof. „Wir haben große Lust am Gärtnern und wollen zeigen, dass man zum Beispiel seine Zucchini auch ohne eigenen Garten selbst anpflanzen kann“, sagt Lena Claro (24).
Ende vergangenen Jahres war die Idee zu „Fuhlsgarden“ entstanden. Das gemeinschaftlichen Gartenprojekt spielt mit dem Begriff Foolsgarden, auch als Bandname bekannt, was so viel heißt, wie Narren-Garten, und dem Straßennamen Fuhle. Es will beweisen, dass Gärtnern auch auf kleinen Flächen im öffentlichen Raum möglich ist. Einen Anfang machen die acht aktiven Stadtgärtner, die ganz unterschiedliche Vorerfahrung mitbringen, auf dem Grabeland an der Steilshooper Straße, Ecke Langenfort. In Sichtweite zum Wendebecken hat Kinderwelt Hamburg e.V., Betreiber der benachbarten Kita „Die kleinen Strolche“, ein rund 2.400 Quadratmeter großes Gelände als Naturspielfläche von der Stadt gepachtet. Die Stadtgärtner sind willkommene Mitnutzer, die in Barmbek auch ein Stück Pionierarbeit leisten. „Urban Gardening-Projekte gibt es schon in mehreren Stadtteilen. In Barmbek sind wir die Keimzelle“, erläutert Helge Nissen, der Feuer und Flamme gewesen sei, als er von Fuhlsgarden hörte und sich sofort angeschlossen hat. „Jeder bringt seine individuelle Motivation mit, vom Spaß am Buddeln bis zum Wunsch nach Begegnung im Stadtteil“, weiß der 49-Jährige. Studentin Lena Claro findet Stadtgärtnern auch der Nachhaltigkeit wegen „echt cool“. Das Wissen um eigenen, biologischen Gemüseanbau in der Stadt findet sie zukunftsweisend. Besonders freuen sich die Fuhlsgardener über vielfältige Unterstützung. Die Hochbeete zum Beispiel sind eine Spende des Museums für Hamburgische Geschichte aus seiner Ausstellung Stadtgrün 3.0. Vom Stadtteilrat Barmbek-Nord wurden gerade 500 Euro aus dem Verfügungsfonds bewilligt. Davon sollen unter anderem Arbeitsgeräte, Kaninchendraht und Saatgut bezahlt werden. Aber auch weitere Sachspenden sind gerne gesehen, zum Beispiel eine Feuerschale. Vor allem sind weitere Aktive willkommen. Jeder bringt sich nach zeitlicher Möglichkeit ein – „mit null Verbindlichkeit“, betont Lena Claro. Wer mitgärtnern will, meldet sich per E-Mail an fuhlsgarden@gmx.de. „Wir wollen Orte schaffen, die verbinden“, sagt Jochen Blauel, der das Projekt Grabeland bei Kinderland leitet. Im Juni soll ein Sommerfest Interessierten die Gelegenheit bieten, sich vor Ort zu informieren. (cb)
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