Kampf für Sozialzentrum in Hamburg

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Sie wollen, dass das Soziale Dienstleistungszentrum in Bramfeld bleibt (v.l.n.r.:): Eleonore Heilmann, Michael Kollath, Detlef Hartmann und Regina Kirsche Foto: Sobersko

Kleine Gruppe stemmt sich gegen Schließung

Von Tanja Sobersko
Hamburg. Im Stadtteil formiert sich eine Protestbewegung gegen die geplante Schließung des Sozialen Dienstleistungszentrums in der Herthastraße 20. Es ist eine bislang kleine Gruppe um Eleonore Heilmann und Regina Kirsche, die jetzt ein Bürgerbegehren anstrebt.
Im Mai kündigte das Bezirksamt an, dass im Rahmen der Zentralisierung das Soziale Dienstleitungszentrum im Kundenzentrum Bramfeld geschlossen wird. Mit Anliegen, regelmäßigen Meldungen oder Nachfragen müssen die Kunden bald nach Wandsbek oder Poppenbüttel. Nach Ansicht von Eleonore Heilmann ein Unding. „Gerade Kunden des Sozialen Dienstleistungszentrum haben oft mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität zu tun. Ich bin ganz eindeutig für Bürgernähe.“
Aus diesem Grund trifft sich die Gruppe, zu der auch Detlef Hartmann und Michael Kollath gehören, am Mittwochabend im A.g.d.a.z. – zur Gründung der „Initiative Bürgerbegehren gegen die Schließung des Sozialen Dienstleistungszentrums“.
Detlef Hartmann, der in der Partei Die Linke, in der Stadtteilkonferenz, dem Verein Kulturinsel,und der Friedensinitiative aktiv ist, sagt: „Bürgerinteressen werden hier der Schuldenbremse geopfert. Und das endet nicht mit der Schließung des Sozialen Dienstleistungszentrums. Auch das Bauprüfamt soll zentralisiert werden. Die dadurch zu erzielenden Einsparungen sind mir bei weitem noch nicht schlüssig“. Mut macht der Gruppe, dass ähnliche Versuche der Zentralisierung in Stellingen und den Walddörfern am Bürgerprotest gescheitert sind – allerdings waren die Bedingungen andere. Das Bezirksamt Wandsbek bezieht sich darauf, dass die Verlegung von Bramfeld ins Kerngebiet mit Beteiligung der Wandsbeker Bezirksversammlung beschlossen worden sei. Einspruchsmöglichkeiten seien formal möglich, wären aber für die Verwaltung nicht bindend. Die Verlagerung der Dienststelle sei für den Jahreswechsel geplant, der genaue Termin werde rechtzeitig angekündigt. Rund 2.400 Bramfelder sollen dann im Soziale Dienstleistungszentrum in der Wandsbeker Allee 71 betreut werden. Durch die Bramfelder Mitarbeiter werde dort der Service sogar verbessert. (ts)

Ein Bürgerbegehren muss schriftlich beim zuständigen Bezirksamt angezeigt und so formuliert werden, dass es eine Frage beinhaltet, die mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. Ein Bürgerbegehren ist dann zustande gekommen, wenn innerhalb von sechs Monaten nach der Anzeige beim Bezirksamt drei Prozent der wahlberechtigen Einwohner des betroffenen Bezirkes das Bürgerbegehren durch ihre Unterschrift unterstützt haben. (ts)
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