Kampf um Postfiliale in Barmbek

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Der Stadtteilrat organisierte einen Trauerzug, um auf die Wichtigkeit der Postfiliale im Quartier hinzuweisen. Knapp 50 Anwohner hatten sich angeschlossen Foto: Grell
Hamburg: Volksdorfer Straße 5 |

Anwohner organisieren Trauermarsch – Protest geht weiter

Von Karen Grell
Barmbek
Die Anwohner in Barmbek-Süd können es nicht fassen: Wieder macht eine Postfiliale dicht. In der Volksdorfer Straße ist für fünf Schalter, die große Paketstation und die Postbank noch im November dieses Jahres Schluss.

Katastrophe für viele Anwohner

„Es ist einfach eine Katastrophe für viele Anwohner“, bedauern auch Hans Verhufen und Frank Lundbeck vom Stadtteilrat. Durch die Schließung werde es gerade für ältere Menschen und die vielen Anwohner, die auf den Standort angewiesen sind, sehr unbequem werden. „Ich habe ein Geschäft in der Gegend und verschicke viele Waren, die online bestellt worden sind“, so Jutta Hünfeler (43), die sich noch nicht vorstellen kann, wie sie dann die Pakete zur nächsten Abgabestelle bringen soll. Aufgrund der vielen Anwohner, die ihre Post in der Volksdorfer Straße gern behalten würden, haben sich die Mitglieder des Stadtteilrats für den Erhalt der Post engagiert und Protest angekündigt.

Nächste Filiale ist weit weg

Über 1500 Unterschriften kamen allein in den ersten Tagen des Protestes zusammen, am Sonnabend ging es dann mit einer Demo in Form eines Trauermarsches weiter. „Wo wir im Stadtteil künftig unsere Briefe und Pakete abschicken können, weiß noch niemand“, bedauert auch Helgard Anders (73). Die nächste Filiale liege im Einkaufszentrum Hamburger Meile und sei über die ständig befahrene Straße schwer erreichbar. Eine weitere Filiale gibt es in Wandsbek, um dorthin zugelangen, muss man umständlicherweise den Bus nehmen.  Auf Anfrage heißt es von der Postbank, das vollständige Dienstleistungsangebot in der Volksdorfer Straße könne aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter angeboten werden. „Aufgrund der Überschneidung der Filialen in der Volksdorfer Straße und der Hamburger Straße sollen diese beiden Filialen zusammengelegt und die bisherigen Mitarbeiter übernommen werden“, so Ralf Palm, Sprecher der Postbank. 

Postfiliale ist immer gut besucht

„Die Post ist hier zu jeder Zeit voll und es bildeten sich trotz der fünf Schalter, immer wieder lange Schlangen“, erklärt Hans Verhufen, der sich deshalb nicht vorstellen kann, dass diese Filiale überflüssig sein könnte. Emil (12) und Liam (10) bastelten für den Demonstrationszug sogar ein großes Plakat. „Wir lieben unsere Post“, meinten die beiden Barmbeker Jungs, die nicht überrascht sind, dass so viele Leute dem Aufruf gefolgt sind. „Da sieht man mal, wie wichtig allen gerade diese Filiale hier ist.“ Die Anwohner aus dem Umfeld der Volksdorfer Straße wollen nicht aufgeben: „Wir sammeln weiter Unterschriften und werden um unsere Post kämpfen.“ 
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Thea Bangen aus Dulsberg | 04.08.2017 | 18:13  
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