Kein „langweiliger“ Schulhof mehr

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Zur Einweihungsfeier haben die Klassensprecher aller Klassenstufen ein paar Worte gesagt und sogar gesungen. Foto: Lublow

Stadtteilschule an der Fraenkelstraße: Künftig auch Unterricht im neuen Baumhaus

Barmbek. Vor fünf Jahren musste sich der Leiter des Standorts Fraenkelstraße der Stadtteilschule Barmbek ein niederschmetterndes Urteil seiner Schüler anhören: „Wir haben den langweiligsten Schulhof in Hamburg, haben sie damals festgestellt“, erinnert sich Abteilungsleiter Björn Lengwenus. Nun hat es zwar einige Jahre gedauert, diesen Zustand zu ändern – doch das Warten hat sich gelohnt: Auf dem Schulhof in der Fraenkelstraße steht jetzt das erste Schul-Baumhaus Deutschlands. Samt der großen Terrasse misst das Haus 50 Quadratmeter. Im Innenraum sind es 23 Quadratmeter. Die Idee stammt von der damaligen Schülerin Anastasia Potekhin (19) und wurde im Rahmen einer Zukunftswerkstatt des Schülerrats entwickelt. „Ich dachte, das wäre doch mal eine tolle Idee.“
So ein Baumhaus in einer Schule sieht man ja nicht alle Tage“, sagte die Abiturientin. „Anastasia hat von ihrer Idee zwar heute leider nichts mehr. Allerdings können sich noch viele zukünftige Schüler-Generationen daran erfreuen“, sagte Lengwenus auf der Einweihungsfeier. Anastasia wurde dafür die Ehre zuteil, das rote Band durchzuschneiden und das Baumhaus offiziell zu eröffnen. In dem runden Baumhaus soll künftig auch Unterricht mit halben Klassen stattfinden, beispielsweise in den Fächern Philosophie, Theater, LebensArt und Biologie. Ansonsten darf jede Klasse jeweils eine Woche lang das Haus in den Pausen nutzen. „Das Baumhaus ist jetzt unser Wahrzeichen“, so Lengwenus. Aufgrund der langen Planungs- und Bauphase sei das Haus häufig mit der noch unfertigen Elbphilharmonie verglichen worden. „Den Wettlauf haben wir gewonnen“, scherzte der Lehrer. In seiner Rede betonte Lengwenus, wie wichtig es ist, an Träumen und Ideen festzuhalten und sie umzusetzen. „In Hamburg ist es verboten, auf Bäume zu klettern. Damit nimmt man Kindern ein Stück ihrer Kindheit. Mit dem Baumhaus geben wir etwas davon zurück.“ Eigentlich sollte die Umsetzung des Projekts nur zwei Jahre dauern.
Doch Björn Lengwenus merkte bald, dass viel Bürokratie hinter einem Bau steckt. „Die Finanzierung war schwierig“, sagte er. Doch nach einem großen Stoß Anträgen waren die Spender gefunden. Für die etwa 40.000 Euro Material und Baukosten kamen unter anderen die Zeit Stiftung Ebelin, Gerd Bucerius, die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter und die Elisabeth Kleber Stiftung, die Stiftung Kinderjahre und auf. (sl)
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