Kinder kochen für die Großen

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Burcu (11) zeigt die Speisekarte, die sie für das Restaurant der Kinder gestaltet hatFoto: Burmeister

Im Spielhaus Langenfort gibt es ein „Restaurant für Kinder“

Barmbek-Nord. Bereits eine Woche bevor im Spielhaus Langenfort das „Restaurant der Kinder“ seine Pforten öffnet, herrscht unter den beteiligten Kindern nervöse Vorfreude. Nur Dörte Schall, Leiterin der bezirklichen Jugendeinrichtung, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Gelassen moderiert sie die Kellnerbesprechung und erklärt, was es am Tag der Tage alles zu tun geben wird. „Am meisten Spaß macht es, die Bestellungen aufzuschreiben und den Leuten danach das Essen zu bringen“, findet Burcu. Die elfjährige Schülerin kann sich schon gar nicht mehr erinnern, wie oft sie schon im „Restaurant der Kinder“ gekellnert hat. Tatsächlich gehört die Aktion seit 18 Jahren zu den Höhepunkten im Programm des Spielhauses. „Die Idee ist im Rahmen einer Liegestuhlparty entstanden, zu der auch die Eltern eingeladen waren“, erzählt Dörte Schall. „Plötzlich hatten die Kinder den Einfall, den Erwachsenen Getränke und Gebäck zu servieren!“ Auch im Restaurant der Kinder ist der Rollentausch Teil des Konzeptes. Drei bis vier Mal im Jahr decken die Kinder im Spielhaus die Tische, helfen beim Kochen und verwandeln sich schließlich in Kellnerinnen und Kellner, um ihren erwachsenen Gästen ein warmes Essen zu servieren.
Auf der Kellnerbesprechung wird darüber abgestimmt, was auf der – natürlich selbstgemalten – Speisekarte stehen soll. Dieses Mal entscheiden sich die Kinder für Pellkartoffeln mit Quark und Nudeln mit Hacksoße. Zum Nachtisch soll es Wackelpudding geben.
Sechs Tage später – am Vortag des großen Ereignisses – trifft sich eine Vorbereitungsgruppe zur Vorbereitung der Mahlzeit. Während die anderen Kinder draußen spielen, schnippeln Burcu, Laura (9) und Albijona (7) einen riesigen Berg Möhren und Sellerie für die Nudelsoße. Direkt daneben kühlt die Götterspeise ab, die Dörte Schall gerade in weiße Porzellanschälchen gefüllt hat. „Bekommen wir wirklich auch einen Lohn?“ staunt Albijona, die zum ersten Mal dabei ist. „Ja, am Ende bekommt jedes Kind einen Euro und ein kleines Geschenk“, nickt Dörte Schall. „Wir haben sogar ein richtiges Kellnerportemonnaie zum Abkassieren“, erzählt Burcu.
Kein Zweifel: Es ist nicht die kleine Taschengeldaufbesserung, die den Eifer der Kinder anstachelt. Es ist auch und vor allem der Spaß am Rollentausch mit den Erwachsenen. Als alle Möhren und auch der Sellerie gehackt sind, lassen die Mädchen erleichtert ihre Messer fallen und verschwinden auf dem Freigelände des Spielhauses. Ein Restaurant zu betreiben ist ganz schön anstrengend...

Das nächste Restaurant der Kinder steht am 21. August auf dem Programm. Nähere Infos unter Tel.: 630 09 98 oder im Internet unter spielhaus-langenfort
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