Kirchenumbau am Straßburger Platz ab April

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Die Kirche wurde bereits komplett entleert. Das meiste wurde im Internet verkauft Foto: Grell

Das Inventar der Frohbotschaftskirche wurde im Internet verkauft

Von Karen Grell
Dulsberg
Die Frohbotschaftskirche am Straßburger Platz steht kurz vor ihrer Sanierung. Schon im April soll es losgehen, wenn bis dahin alle Formalitäten erledigt sind. „Wir bekommen immer noch neue Auflagen vom Denkmalschutzamt“, erklärt Pastorin Hannegret Riepkes die aktuelle Lage. Für die Kirche, die unter Denkmalschutz steht, ist ein Innenausbau geplant. Zwei Gebäude werden direkt in das bereits leergeräumte Kirchenschiff hinein gebaut und sollen dann Platz für die Gemeinderäume und die Kita bieten. Das Kirchenschiff bleibt somit stehen. Abgerissen werden nur die umliegenden Gebäude, die bisher zur Gemeinde gehörten und nicht mehr erhaltenswert sind. In den vergangenen Wochen waren die Kirchenmitarbeiter mit dem Verkauf des bisherigen Inventars, das bei der Neugestaltung keinen Platz mehr finden kann, beschäftigt. „Es kommen einfach nicht mehr so viele Menschen wie früher in die Kirche und die langen Holzbänke bleiben deshalb oft leer“, so Pastorin Maren Wichern. Siebzehn der Bänke seien deshalb nun an die Chinesische Gemeinde in Hamburg verkauft worden, drei an eine Tierarztpraxis und einundzwanzig weitere an ein Bestattungsinstitut in Bremen. Die Orgel gibt ab sofort in Polen ihre Töne von sich. „Wir haben alles über das Internet verkauft, bis auf zwei der alten Bänke“, so Pastorin Riepkes. Als Erinnerungsstücke sollen diese beiden Exemplare im Foyer der umgebauten Kirche stehen. Zwei große Würfel mit je zwei Etagen werden nach dem Umbau mitten in der Kirche stehen und Raum für die Kindertagesstätte, die auch eine Krippe bekommen soll, und die Gemeinderäume, die mit einer Verbindungstür zum Altar Platz für große Feiern lassen wird. Ihr altes Holzkreuz wollen die Dulsberger behalten und haben es zusammen mit dem Taufbecken eingelagert. Was mit der Empore und der Kanzel passieren wird, hängt noch von der Entscheidung des Denkmalschutzamtes ab. Trotz der Umbaumaßnahme muss der Stadtteil auf fast gar nichts verzichten. Die Gottesdienste finden vorrübergehend in den Gemeinderäumen statt und auch alle anderen Veranstaltungen wie Kleiderflohmarkt und die Lebensmittelausgabe werden dort vorrübergehend weitergeführt. In Zukunft werden die Gottesdienste im vorderen Teil der Kirche abgehalten. Die Hälfte der Umbaukosten hat die Kirche aus Förderungen unterschiedlicher Töpfe bekommen. Insgesamt soll sich die Investition auf etwas mehr als sechs Millionen Euro belaufen. Die Pläne für die Kirche mitten auf dem Dulsberg sind eine Lösung, die einen Kompromiss aus Erhalt und Neugestaltung bietet. Noch kann sich niemand vorstellen, wie die ins Kirchenschiff integrierten Häuser aussehen werden, doch „wir sind alle sehr gespannt“, so Hannegret Riepkes.

Info: 1. Spatenstich: 3. April, 11.30 Uhr, Baubeginn voraussichtlich im April, Bauphase zirka zwei Jahre, Kosten 6,1 Millionen, 48% gefördert, Rest tragen Kirche und Kita
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