Kohle für den Senator

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Schulleiterin Monika Küsel-Pelz zahlt die Schulden der Grundschule an Senator Ties Rabe zurück – mit Kohle. Foto: mt

Grundschule Genslerstraße beging 100-jähriges Jubiläum mit Ties Rabe

Von Marco Thielcke
Barmbek. Großes Jubiläum in der Genslerstraße. Die Grundschule wird 100 Jahre alt. Für den Festakt hat sich die Schule ordentlich rausgeputzt und ein buntes Programm vorbereitet. Eingeladen waren alle Eltern, ehemaligen Schüler und Lehrer und Vertreter Hamburger Behörden, darunter auch Ties Rabe, Senator für Schule und Bildung. Rabe lobte vor allem die vorbildliche Arbeit der Lehrer, von der er sich in einem vorausgegangenen Besuch überzeugen konnte.
Der Festakt beginnt mit den Gensler Spatzen, der schuleigene Kinderchor, der ein selbst getextetes Loblied auf ihre Schule vorträgt. Anschließend wurde das Leben in der Schule vor 100 Jahren von allen Jahrgängen bildhaft dargestellt. Von Spiel und Spaß auf dem Schulhof bis zur Lehre von Disziplin und Kaisertreue im Klassenraum, wurden viele Facetten der Schule in ihrer Geschichte den anwesenden Gästen vorgestellt.
Eine freudige Überraschung wartete gut vorbereitet auf Senator Rabe. Schulleiterin Monika Küsel-Pelz kündigte an, alle Schulden der Schule an die Schulbehörde zurückzuzahlen. „Schuldenfrei ins neue Jahrhundert“, war das Motto ihres Auftritts. Während sich Schulsenator Rabe bereits gedanklich über den unverhofften Geldsegen freute, zählte die Schulleiterin Küsel-Pelz die Altlasten auf. Zusammen kam ein Eimer voller Kohle, da sich die Schule im harten Winter 1919 zum beheizen der Sporthalle den Brennstoff von einer Nachbarschule geliehen hatte. Überrascht nahm Ties Rabe das ungewöhnliche Geschenk entgegen.
Erbaut wurde die Grundschule in der Genslerstraße 1912/13 unter dem damaligen Hamburger Baudirektor Fritz Schumacher.
Typisch für den bekannten Architekten und prägend für Hamburg waren die roten Backsteine, die auch die Grundschule Genslerstraße ausmachen.
Noch heute kann man die vergangene Trennung der Schülerinnen und Schüler durch separate Eingänge am Rübenkamp und Genslerstraße erkennen. Während der Kriegsjahre wurden die Schüler auf umliegende Schulen verteilt und das mächtige Doppelhaus zu einem Lazarett umfunktioniert.
Auch Schulsenator Rabe würdigte die bewegende Geschichte der Schule. Geschichten von Rechenschiebern, ersten Computern und Smart-Boards.
Für das kommende Jahrhundert ist die Schule bereits jetzt gut gewappnet.
Als erste Hamburger Schule hat sie den Titel Deutsche Schachschule der Deutschen Schachjugend erhalten.
„Wichtig sind vor allem die Werte die den Kindern während des Schachunterrichtes vermittelt werden können“, erklärt Sandra Domagalla, Lehrerin an der Grundschule Genslerstaße und meint damit Kommunikation, Fairness oder strategisches Denken.
Schulen aus Berlin und Hannover waren schon zu Besuch und schauten sich den Unterricht des Turniersports in der Genslerstraße genauer an. (mt)
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