Krausestraße in Barmbek: An der Kapazitätsgrenze

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Die Krausestraße ist eine beliebte Nod-Süd-Achse und verbindet Barmbek mit der Autobahn 24 Foto: fbt
 
Kaum Platz für Radfahrer, Fußgänger und Fahrgäste Foto: fbt

Gemeinsame Planung mit Bürgern am 25. Mai. Umbau schafft Platz

Von Frank Berno Timm
Barmbek
Der Straßenzug, der von der Krausestraße in Barmbek quer durch bis auf die Hammer Straße in Wandsbek führt, wird vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) gerade neu überplant. Am 25. Mai findet in der Krauseschule dazu eine öffentliche Planungswerkstatt statt. Ohne Übertreibung kann man den Istzustand des 2,2 Kilometer langen Straßenzuges als Beispiel für viele derartige Routen in Hamburg nehmen. Der LSBG will am 25. Mai über die Pläne und den Prozess der Bürgerbeteiligung informieren. Nach mehrfachen Befragungen und Prüfungsphasen könnte dann voraussichtlich ab 2018 gebaut werden. Dass der augenblickliche Zustand dieser Strecke kaum von Dauer sein kann, zeigt sich auf einem Fußweg von der Wandsbeker Chaussee bis hinauf zur Bramfelder Straße relativ schnell. Im Kern geht es um die Frage, wie heutige Verkehrsbedürfnisse von Auto- und Fahrrad-Fahrern sowie Fußgängern sinnvoll koordiniert und organisiert werden können. Derzeit richtet sich noch eine Menge nach der Vorstellung von der autogerechten Stadt: Das gilt, zum Beispiel, für die breit ausgebaute Brauhausstraße, die von rund 27.000 Fahrzeugen täglich passiert wird, davon 5,5 Prozent Schwerlastverkehr. Auch der Kreuzungskomplex am S-Bahnhof Friedrichsberg ist, ähnlich wie der an der Straßburger Straße, vor allem auf den Autoverkehr fixiert. Die hier schmalere Krausestraße muss sich den Raum mit Parkplätzen teilen. Radfahrer weichen immer wieder auf den Fußweg aus – der durch die Parker auf der Bahnseite ohnehin schon sehr schmal ist. Hinter der Querstraße Denhaide ist gefühlt noch weniger Platz für die Fußgänger.

Viel Verkehr, kaum Parkplätze


Deutlich an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen ist die Krausestraße auch im oberen Teil – dort ist sie auf beiden Seiten bebaut. Die Polizei zählt hier täglich 22.000 Fahrzeuge. Die Parkplatzsituation zeigt eine andere Seite auf. 171 Stellplätze gibt es in dem Barmbeker Wohngebiet, in der Brauhausstraße sind es 20 und der Hammerstraße sieben. In der Krausestraße wachsen 130 Bäume, in der Brauhausstraße 12 und der Hammerstraße fünf, in der Mühlenstraße hat der LSBG keinen Baum auf dem Zettel. Die Planungsstrecke zeigt beispielhaft Hamburger Leben: Einkaufen (Brauhausstraße) und Betriebe (Brauhausstraße, nördliche Seite, Krausestraße), Kleingärten (Krausestraße), Wohnen (ab Mühlenstraße, große Teile der Krausestraße). Zu nennen ist auch der Fritz-Schumacher-Schulbau (1922) an der Ecke Krause-/Straßburger Straße. Nicht nur der Individualverkehr mit Autos, Fahrrädern und Fußgängern spielt eine Rolle, auch Busse sind auf Teilen der Planungsstrecke unterwegs, dazu kommt die Verknüpfung mit der S-Bahn. Alles das findet auf relativ schmalem Platz statt. Das Plangebiet geht, wie der Website des LSBG zu entnehmen ist, durch die Bezirke Wandsbek und Nord. In den zuständigen Ausschüssen der Bezirksversammlungen sind die bisherigen Pläne im Oktober 2015 und Januar 2016 vorgestellt worden. Nach der öffentlichen Planungswerkstatt sollen die Anregungen eingearbeitet werden, die erste Verschickung an die Träger Öffentlicher Belange soll im Sommer folgen. Im September, so der LSBG, soll das Ergebnis des Planungsprozesses öffentlich vorgestellt werden. Die Unterlagen würden im Winter 2016/17 ein zweites Mal verschickt, im Anschluss sollen 2017 die Leitungen verlegt werden und 2018 schließlich der eigentliche Straßenbau stattfinden. Was sind die wichtigsten Ziele der Planung? In der Präsentation für die erste öffentliche Veranstaltung wurden die Verbesserung des Radverkehrs, die Aufhebung der unechten Vierstreifigkeit (Krausestraße), der Ausbau der Bushaltestellen und die Entschärfung jetziger Konfliktpunkte genannt. Bäume und Parkplätze sollen dabei erhalten, angrenzende Planungen berücksichtigt werden.

Öffentliche Planungswerkstatt des LSBG, 25. Mai ab 18 Uhr mit Einführung für Neueinsteiger, 19 Uhr Planungswerkstatt; in der Stadtteilschule Barmbek, Krausestraße 53
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