Kritik an Höhe der Neubauten

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Ein Sahnegrundstück am Osterbekkanal: 130 Wohnungen sind hier geplant Foto: Heume

130 neue Wohnungen am Osterbekkanal: Rege Beteiligung bei öffentlicher Plandiskussion

Von Ruth Heume
Barmbek
Noch wird die ehemalige Firmenzentrale der Block-Gruppe an der Hufnerstraße als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Das soll sich ab 2018 ändern. Auf dem Gelände ist ein Neubau mit Mietwohnungen geplant. Aber der Plan wird von den Anwohnern nicht unbedingt mit Begeisterung aufgenommen. Zur öffentlichen Plandiskussion im Bezirksamt Hamburg-Nord am 25. Februar kamen rund 60 Anwohner. Die CDU hatte im Vorfeld kritisiert, dass die Veranstaltung nicht näher am Plangebiet stattfinde. Abgehalten hat dies die interessierten Anwohner jedoch nicht, die ins Bezirksamt nach Eppendorf strömten. Überwiegend haben die Nachbarn Verständnis für die Schaffung von neuem Wohnraum in so einer begehrten Lage. Schließlich sind einige von ihnen selbst erst vor kurzem in den benachbarten Behrendt-Bau am Witthof eingezogen. Aber über das „Wie“ wurde heftig diskutiert.

Drei neue Wohnhäuser


Der Bebauungsplan Barmbek-Nord 38, vorgestellt von Stadtplaner Christian Evers, sieht drei winkelförmige Gebäude vor: Eines soll direkt südlich an die bestehenden Wohngebäude Hufnerstraße 53 – 57 anschließen, welche um eine Etage aufgestockt werden, und um die Ecke herum bis zur Grünfläche verlaufen. Ein weiteres Gebäude soll im Westen des Plangebietes zwischen Behrendt-Bau und Uferböschung entstehen. Und das dritte Gebäude schließlich in der Mitte. Geplant sind ferner ein öffentlich zugänglicher Gehweg am Ufer, eine Kanuanlegestelle und eine Piazza zwischen dem östlichen und dem westlichen Gebäude. Ein Durchgang soll quasi in Verlängerung der Hufnertwiete erfolgen. Die Grünfläche soll weitestgehend erhalten werden. Kritisiert wurde in erster Linie die geplante Höhe der Gebäude von bis zu sieben Geschossen, auch wenn die oberen beiden als sogenannte Staffelgeschosse eingerückt würden. Die Stadtplaner argumentieren, die Bebauung werde sich in ihrer Höhenentwicklung in das Umfeld einfügen. Dem setzen die Anwohner entgegen, dass die umliegenden Gebäude maximal fünfgeschossig sind. Sie haben Sorge, dass sie künftig von höheren Gebäuden eingekesselt werden und weniger Sonnenlicht haben. Dieser Punkt wurde von mehreren Anwesenden vorgebracht – teilweise recht emotional.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die geplante Tiefgarage, die mit 80 Stellplätzen möglicherweise nicht ausreiche für die rund 160 neuen Wohneinheiten. Ebenso wurden Umweltaspekte diskutiert. Auch der Wunsch nach „schöneren“ Neubauten wurde laut. Nun liegt aber Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters. Die Notwendigkeit, sich an den historischen Barmbeker Stil anzupassen, sieht Hans-Peter Boltres vom Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung nicht unbedingt: „Wir haben hier kein Barockschloss nebenan. Und wir müssen auch zeitgemäß bauen.“ Auf die Vorwürfe, es gebe einen „Bauwahn“ in Barmbek und die Bürger lebten seit zehn Jahren auf einer „Dauerbaustelle“, entgegnet Boltres: „Ehrlich gesagt freuen wir uns über jede Baustelle und darüber, dass Menschen hier wohnen wollen.“
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7 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 02.03.2016 | 10:42  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 03.03.2016 | 09:34  
393
Michael Kahnt aus Barmbek | 07.03.2016 | 07:39  
7
Thomas Grob aus St. Georg | 07.03.2016 | 17:07  
1.241
Elke Noack aus Rahlstedt | 07.03.2016 | 17:16  
393
Michael Kahnt aus Barmbek | 08.03.2016 | 09:04  
12
Matthias Kleinert aus Barmbek | 12.03.2016 | 16:26  
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