Lange Reihe völlig verstopft

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Zwei von vier Polizeibeamten verteilen hier Knöllchen an private FalschparkerFoto: Grell

Viele Knöllchen für private Parksünder

St. Georg. Man erkennt sie an den kleinen weißen Notizblöcken und den Kameras. Polizeibeamte, die unterwegs sind, um Knöllchen an die Autofahrer zu verteilen, die an falscher Stelle parken, die den Parkschein zeitlich schon lange überzogen oder erst gar keinen gekauft haben. Meistens sind sie allein auf Streife, manchmal zu zweit. Dass kürzlich in der Langen Reihe gleich vier Polizisten, immer zwei auf einer Straßenseite, auf ihrer Tour waren, sei reiner Zufall gewesen. Die Situation in St. Georg sei einfach ein wenig chaotisch. Der Verkehr in der Lange Reihe, – eine der Hauptverkehrsadern für Busse – werde regelmäßig von Lkws behindert, die in zweiter Reihe zum Ausladen parken. Eigentlich gibt es auf beiden Seiten der Langen Reihe die Zulieferer-Parkbuchten, aber gerade die seien ständig von privaten Parkplatzsuchenden zugestellt. „Ein unmöglicher Zustand in der ohnehin schmalen Straße“, so ein Beamter.
Deshalb gab es an diesem Mittwochmorgen Knöllchen für alle Falschparker. Die Gebühren sind gerade erst erhöht worden und so kam auch gleich ein Herr aus einem Café gestürzt, der nur kurz seine Frau abholen wollte, die dort verabredet war. Glück gehabt, denn der Strafzettel war noch nicht ausgefüllt und es wurde noch einmal ein Auge zugedrückt. „Die Vergabe der Bußgelderhebungen liegt im Ermessen des Beamten“, so ein anderer Polizist. „Meistens geben wir bei einem abgelaufenen Parkschein so zehn bis maximal 15 Minuten Karenzzeit“. Der Parker könnte beim Arzt sitzen oder einfach nicht schnell genug bei einem Termin weggekommen sein. Steht aber ein Wagen gleich mehrere Tage in der Ladezone, dann wird sofort abgeschleppt. Natürlich sei es schwierig in St. Georg einen Parkplatz zu bekommen, doch gibt es gleich hinter dem Schauspielhaus ein großes Parkhaus und auch immer ein paar Geheimtipps die allerdings nicht gern preisgegeben werden. „Wer unkompliziert vorankommen möchte, der ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser dran“ – Erfahrungswerte der Beamten vor Ort. Voraussetzung dafür ist allerdings die freie Durchfahrt in St. Georg, damit Fahrpläne eingehalten werden können.
Leider gibt es aber auch immer wieder Falschparker, die ein Bußgeld alle paar Wochen einplanen und so vielleicht am Ende weniger bezahlen als etwa im Parkhaus, dafür aber dazu beitragen, die Innenstadt komplett zu verstopfen und so den Bussen das Vorankommen erschweren.
An diesem Morgen war dann auch kein Parksünder vor einem Knöllchen sicher. (kg)
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2 Kommentare
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Philipp Anz aus Rothenburgsort | 04.02.2013 | 17:21  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 05.02.2013 | 10:19  
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