Leben bei Freunden lernen

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Ein Ausflug in den Schnee ist für viele Austauschschüler eine ganz besondere Erfahrung Foto: wb/ruh
Hamburg: Stückenstraße 74 |

Barmbeker holen Schüler aus Kolumbien und Taiwan nach Deutschland

Von Ruth Heume
Barmbek
Aubiko – das steht für Austausch, Bildung und Kommunikation. Was abstrakt klingt, wird sehr konkret, wenn Julia Birnbaum-Crowson von den Schüleraustauschprogrammen erzählt. Und der kleine gemeinnützige Verein hat noch viel mehr zu bieten. Die Vorstands- und Gründungsmitglieder Julia Birnbaum-Crowson (39) und Friederike Krause (36) lernten sich beim Studium an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena kennen und befassten sich schon damals mit interkulturellem Austausch. Beide führte es in den folgenden Jahren viel ins Ausland, zunächst auf getrennten Wegen. Ihre jahrelangen Erfahrungen und geballten Kompetenzen bringen sie nun bei „aubiko“ ein.Gegründet im November 2014, sitzt der Verein seit Mai 2016 in der Stückenstraße.

Schüler zwischen 15 und 17 Jahren

Am Schüleraustauschprogramm nehmen derzeit Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren aus Kolumbien und Taiwan teil. Dort hat aubiko gute Kontakte zu den Schulen und Partnerorganisationen. Die Kolumbianer verfügen bereits über Deutschkenntnisse, die sie hier verbessern möchten. Und sie lernen die deutsche Alltagskultur kennen. Die Jugendlichen werden auf Gastfamilien in ganz Deutschland verteilt. Häufig landen die Schüler in ländlichen Gegenden, denn: „Wer hat in der Großstadt schon ein Zimmer übrig?“ Das ist eine ziemliche Umstellung für jemanden, der aus einer Stadt wie Bogota mit 7,9 Millionen Einwohnern kommt. Aber die Erfahrungen sind durchweg positiv: „Ich fühle mich wie ein Familienmitglied, nicht wie ein Gast“, berichtete ein kolumbianischer Schüler. Der Austausch ist gut organisiert: aubiko arbeitet mit Repräsentanten vor Ort, die den potentiellen Gasteltern in einem Gespräch auf den Zahn fühlen. Die Austauschschüler besuchen die örtliche Schule, aber auch Freizeitaktivitäten sind Pflicht: „Wir legen großen Wert darauf, dass die Jugendlichen nicht den ganzen Tag in ihrem Zimmer sitzen und mit Zuhause chatten. Davon bekommen sie nur Heimweh.“

Gastfamilie ist kein Hotel

Besonders wichtig für die jungen Kolumbianer: das Haus der Gastfamilie ist kein Hotel! Die Schüler kommen eher aus wohlhabenden Familien. Zuhause haben manche von ihnen eine Küchenhilfe und einen Chauffeur. Hier müssen sie auch mal den Müll raustragen und mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Auf all das werden die Austauschschüler aber in ihrer Heimat von der Partnerorganisation intensiv vorbereitet. Zusätzlich gibt es bei der Ankunft in Deutschland zunächst ein Vorbereitungs-Wochenende. Die Schüler aus Taiwan müssen sogar eine dreiwöchige Vorbereitungszeit in Deutschland absolvieren. Denn sie haben in der Regel keine Deutschkenntnisse, und auch die kulturellen Unterschiede sind größer.

So wird man Gastgeber

Aubiko ist übrigens immer auf der Suche nach Gasteltern. Von einem Austausch profitieren in der Regel beide Seiten. Neben den Angeboten für Schüler haben Julia Birnbaum-Crowson und ihr Team auch einiges für ausländische Studierende im Programm. „Wir wollen Völkerverständigung und die Offenheit für andere Länder fördern“, sagt die Deutsche, die mit einem Engländer verheiratet ist. „Das ist gerade in diesen Zeiten so wichtig“.

aubiko: Stückenstraße 74, www.aubiko.de, info@aubiko.de, Telefon 98 67 25 75, Informationsveranstaltung zum High School Year in Großbritannien: 7. Februar, 18.30 Uhr Kaffeeklatsch für aktuelle, ehemalige und interessierte Gastfamilien: 4. März, 15 Uhr, Um Anmeldung wird gebeten
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