Mahnung und Erinnerung in Barmbek

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Ralph Giordano (1923-2014) Foto:M. Dörwald
Hamburg: Drosselstraße 15 |

„Piazzetta Ralph Giordano“ ehrt Schriftsteller

Barmbek Die Bauarbeiten an der nordöstlich des Barmbeker Bahnhofs gelegenen und umgangssprachlich als „Piazzetta“ bezeichneten Fläche haben noch nicht begonnen. Der neue Name steht jedoch bereits fest: „Piazzetta Ralph Giordano“ wird der nordöstlich gelegene Platz nach dem Umbau heißen (das Wochenblatt berichtete). 2016 hatte der Regionalausschuss auf Initiative der SPD-Fraktion der Umbenennung zugestimmt. Im Vorfeld wurde auch im Beteiligungsverfahren Zustimmung der Barmbeker Bevölkerung signalisiert. Dr. Alice Otto, sozialpolitische Sprecherin der SPD: „Mit der Benennung der Piazzetta nach Ralph Giordano wird an einen Menschen erinnert, der zeitlebens seine Stimme gegen den Rechtsextremismus erhoben hat. Seine Kindheit und Jugend hat Giordano in Barmbek verbracht, hier bei uns vor Ort war er selbst Verfolgung und Repression durch den Nationalsozialismus ausgesetzt. Daran erinnert eindrucksvoll sein Roman ,Die Bertinis‘. Wir dürfen nicht vergessen, wie sehr Antisemitismus und Rassismus Teil unseres Barmbeker Alltags war. Auch deshalb darf die Stimme Giordanos nicht verstummen.“

Auch Loki wird geehrt


Die Benennung kommt zum richtigen Zeitpunkt. Jüngst hat an der Fuhlsbüttler Straße ein Bekleidungsgeschäft eröffnet, das Kleidung für Rechtsextreme und Sympathisanten anbietet. Die Eröffnung hat massiven Gegenwind aus dem Stadtteil ausgelöst. Bis zu 1.500 Menschen beteiligten sich beispielsweise an einer Großdemonstration (das Wochenblatt berichtete) gegen das Ladengeschäft. Rüdiger Wendt, SPD-Wahlkreisabgeordneter: „Durch die Benennung der Piazzetta nach Ralph Giordano setzen wir ein deutliches Zeichen gegen das Erstarken des Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft. Gerade bei uns in Barmbek-Nord ist das heute aktueller denn je.“ Hamburg erinnert mit den Benennungen an das Wirken von fünf Frauen und zwei Männern – so etwa auch an die Kanzler-Gattin Loki Schmidt und die Ohnsorg-Schauspielerin Hilde Sicks. (wb)

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