Marihuana in Bramfeld

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Polizeirazzia: Illegale Plantage in ehemaliger Gärtnerei

Von Tanja Sobersko

Bramfeld. Am frühen Dienstagmorgen der vergangenen Woche war es für eine Weile mit der Idylle vorbei in Bramfeld. Mehrere Einsatzkräfte von Polizei und Zoll durchsuchten am Bramfelder Drift eine ehemalige Gärtnerei und stießen dabei auf eine professionell betriebene Marihuana-Plantage. Doch die Aktion in Bramfeld war nicht die einzige: Bei Durchsuchungen von 38 Objekten in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern wurden zwei Verdächtige verhaftet. Die Personen stehen in Verdacht, Mitglieder eines international operierenden Drogenrings zu sein und mit mehreren hundert Kilo Kokain und Haschisch gehandelt zu haben. Die Verdächtigen schweigen zu den Vorwürfen. Südamerika in Bramfeld? Was sagen die Anwohner des beschaulichen Bramfelder Drift zu diesem Fall? „Nein, mir ist nichts aufgefallen“, sagt Josefine D. erstaunt. Nie sei ihr etwas verdächtig vorgekommen, sagt sie. Selbst ihr Hund „Mopsi“ mit dem sie regelmäßig durch den Bramfelder Drift geht und der – wie sein Frauchen betont – eine sehr gute Spürnase hat, habe nichts bemerkt. „Wie soll man denn auch was bemerken“, sagt die Bramfelderin mit leicht vorwurfsvollem Unterton, „die können hier hinter ihren Mauern doch machen, was sie wollen, kriegt doch eh keiner mit.“ Ist Bramfeld trotz seines so dörflichen Charakters zu anonym geworden? Kennt man seine Nachbarn wirklich? Auch Rosemarie Steffens, ebenfalls eine Anwohnerin, hat nichts gesehen oder gehört. Beunruhigt ist sie es hingegen nicht zu hören, dass in ihrer direkten Nachbarschaft Drogenhändler und Hanf-Züchter geschaltet und gewaltet haben. „Nein, ich fühle mich hier weiterhin sehr sicher. Es ist doch eine sehr ruhige und beschauliche Gegend hier“, so die Pensionärin. „Gut“, räumt sie ein, „zweimal haben sie schon die Sparkassenfiliale hier überfallen, aber ansonsten ist es hier sehr friedlich.“ Es scheint tatsächlich eine „gefühlte“ Skala der Verbrechen zu geben, die man in seiner eignen Nachbarschaft erträgt, das ergibt zumindest eine Umfrage unter den Anwohnern des Bramfelder Drift. Alle stimmten zu, dass, falls es sich um ein Gewaltverbrechen gehandelt hätte und nicht um ein Drogendelikt, die Besorgnis um das eigene Leib und Wohl größer wäre. Aber völlig desinteressiert am „Drogenbauern um die Ecke“ war dennoch keiner der befragten Anwohner. (ts)
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