Medizin-Campus blockiert?

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CDU sieht Mega-Bildungs-Projekt von Asklepios durch Denkmalschutz gefährdet Foto: Geoportal

CDU sieht Mega-Bildungs-Projekt von Asklepios durch Denkmalschutz gefährdet

Barmbek Eines der größten Hamburger Bildungs-Projekte im Medizinbereich mit einer Investitionssumme im zweistelligen Millionenbereich könnte noch vor dem Start scheitern. Dies befürchtet der stellvertretende CDU-Vorsitzende in Barmbek, Stephan Baumann. Es geht um den Medizin-Campus der Asklepios-Kliniken: Das Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe, derzeit an der Eiffestraße in Hamm untergebracht, soll an der Hebebrandstraße neu entstehen. Dort sollen 1.000 Auszubildende unterrichtet, außerdem Fortbildungen durchgeführt werden. Zusätzlich ist ein Wohnheim mit 110 Plätzen geplant.
Doch seit Mai steht fest: die Landarbeiterhäuschen in der Hebebrandstraße 8, bekannt als „Langer Jammer“, stehen unter Denkmalschutz (das Wochenblatt berichtete). CDU-Politiker Stephan Baumann dazu: „Die kurzfristige, etwas fragwürdig anmutende Unterschutzstellung der Landarbeiterhäuschen könnte mit den Plänen von Asklepios kollidieren. Inzwischen gibt es rund um das Thema Medizin-Campus viele Spekulationen.“ Er hat das Thema deshalb für seine „Barmbeker Runde - Baumann fragt nach“, am 30. Juli ab 19.30 Uhr im Q 21-Restaurant (Fuhlsbüttler Str. 405) ausgewählt. Die Barmbeker Runde soll als neues Veranstaltungsforum der CDU Barmbek Bürgern eine offene Diskussionsplattform bieten. Geplant sind die Treffen jeweils am vierten Donnerstag im Monat.
Für das Treffen am 30. Juli dürfte ein Gast schon mal sicher sein: Alexander Kleinow, Sprecher der SPD-Regionalausschussfraktion. Er bestätigt die Campus-Planung „mit einer achtstelligen Summe am Standort des AK Barmbek.“ Die Unterschutzstellung der Landarbeiterhäuschen aus dem 19. Jahrhundert sieht Kleinow ebenfalls mit Unbehagen: „Der 180-Grad-Schwenk kommt überraschend und könnte die wichtige Investition in Barmbek erschweren.“ Dass die CDU Fehler in Verfahren bei der Privatisierung des Landesbetrieb Krankenhäuser einräume, sei begrüßenswert, so Kleinow in einem Seitenhieb. „Mein Wunsch wäre stattdessen, dass sich die Bezirkspolitik geschlossen für dieses interessante Projekt ausspricht.“ Als der Bebauungsplan vor neun Jahren erlassen wurde, hatte das der Kulturbehörde zugeordnete Denkmalschutzamt keine Schutzwürdigkeit der Landarbeiterhäuser erkannt. Pikant: Vor allem der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Sven Tode hatte sich dafür eingesetzt – am Ende mit Erfolg. (ba)

Die Asklepios-Pläne:
Auf Wochenblatt-Anfragte teilte Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz folgenden Stand zum Projekt Medizin-Campus mit: „Asklepios verfolgt seit Jahren in enger Abstimmung mit der Stadt Hamburg den Plan, das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe vom Standort an der Eiffestraße an einen innerstädtischen Standort zu verlegen und zugleich bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende zu schaffen. Das Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, als größter Ausbildungsbetrieb in der Stadt, hat aktuell 1400 Auszubildende und Asklepios ist bestrebt, dies auch zukunftsfähig weiter zu entwickeln. Dazu bedarf es einer geeignete Fläche möglichst in Kliniknähe, um die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpflegern sowie anderer, nichtärztlicher medizinischer Berufe zu gewährleisten.
Es ist erklärter Wille der Stadt, dass ein solches Projekt umgesetzt wird und Asklepios hat vor mehr als einem Jahr den Hamburger Projektentwickler ECE mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Es wurden umfangreiche Analysen bezüglich möglicher Baugrundstücke und der Umsetzbarkeit für eine Campus-Lösung durchgeführt. Im Zuge der Planungen wurde ECE/Asklepios das genannte Grundstück von der Freien und Hansestadt Hamburg als mögliche Entwicklungsfläche angeboten und seitens ECE wurde die Machbarkeitsstudie auf dieses Areal konzipiert. Ungeklärt ist aktuell, ob die alten Landarbeiterhäuser auf dem in Frage kommenden Gelände als denkmalschutzwürdig eingestuft wurden. Die Gespräche mit den Beteiligten, ob dieses Projekt unter diesen Voraussetzungen weiterverfolgt werden kann und wenn ja, in welcher Form, sind noch nicht abgeschlossen. Es ist weiterhin Wunsch von Asklepios, ein solches sowohl den medizinischen Standort als auch den Ausbildungsstandort Hamburg stärkendes Projekt umzusetzen.“
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1 Kommentar
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Michael Kahnt aus Barmbek | 03.08.2015 | 08:06  
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