Mehr als eine Drehscheibe

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Der Ostpreußenplatz ist sichtbar in die Jahre gekommen Foto: rg/wb

Ostpreußenplatz soll sicherer und einladender wirken

Hamburg. Modern, offen, mit gepflegtem Grün, einem damals neuen Kiosk und gut sichtbaren Geschäften präsentiert sich der Ostpreußenplatz auf einem Foto von 1958, dem Ort der auch heute zahlreichen Bramfeldern als zentraler und stark frequentierert Umsteigeplatz in U-Bahnen und Busse dient.
„Damals herrschte ja beinahe Kurortatmosphäre“, sagt ein Anwohner. Etwa zwei Dutzend Bürger aus Wandsbek-Gartenstadt sind in die Aula des Bundeswehrkrankenhauses gekommen, um über die Neugestaltung des einstigen Vorzeigeplatzes zu diskutieren. „Heute ist der Ostpreußenplatz eine vernachlässigte, aufgegebene Fläche ohne Anspruch und Charakter“, lautete die schonungslose Analyse des Landschaftsarchitekten Günter Greis.
Die Kritik im Einzelnen: Bäume und Gebüsch haben in den Jahrzehnten alles zuge-wuchert, die Geschäfte sind von der Bushaltestelle nicht mehr zu sehen. Es gibt zahlreiche Müllecken, die Beleuchtung ist mangelhaft und das
Sicherheitsgefühl entsprechend schlecht. Die Parkplätze sind ungünstig angeordnet, die Busspur überdimensioniert und für die Fahrgäste gibt es zu wenig Unterstellplätze. „Niemand hält sich gerne dort auf“, bilanziert Greis. Er schlägt eine offenere Gestaltung vor, mit weniger Grün, dafür von höherer Qualität und mit regelmäßiger Pflege.
Die Geschäfte sollen besser
erreichbar sein, der Platz ein gern genutzter Treffpunkt werden, für Anwohner wie Umsteiger von der U-Bahn auf die Buslinien. Einen festen Plan hat der Landschaftsarchitekt noch nicht. Er und der Bezirk wollen zunächst Vorschläge sammeln. Und
die kommen zahlreich. Eine Frau rät, mit den Geschäfts-leuten ins Gespräch zu kommen. Eine andere schlägt
vor, feste Marktstände oder einen kleinen Weihnachtsmarkt einzurichten. Auch mehr Fahrradständer könnten mehr Menschen auf den Platz bringen, sagt ein Anwohner. Die ortsansässige Apothekerin schlägt einen Brunnen als Zentrum und Treffpunkt für Familien vor. Auch die Rattenplage besonders im Sommer und die fehlenden Kurzparkplätze werden angesprochen. 433.000 Euro stehen für die Neugestaltung in Wandsbek-Gartenstadt zur Verfügung.
Die Umsetzung wird allerdings bis zu sechs Monate dauern. Denn der bislang zuständige Mitarbeiter des Bezirkes hat eine andere Stelle angenommen, ein Nachfolger muss noch gesucht und eingearbeitet werden. Vermutlich soll aber im Frühjahr zumindest das wuchernde Grün schon einmal gestutzt werden. (rg)
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