Mehr Platz für Hunde in Hamburg gefordert

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Christin Andersen, Frank Elstner und Nadine Siek (v.l.) fordern mehr „Spielplätze“ für Hunde: „Dort sollte es mehr als nur eine Rasenfläche geben“

Nur zwei Auslaufflächen in Bramfeld. Wie die Lage in den Bezirken ist, was die Ämter sagen

Von Christian Ehrhorn
Hamburg. Bramfelds Hundebesitzer sind unzufrieden. Die vom Bezirk ausgewiesenen Freilaufflächen halten die meisten für völlig unzureichend. „Die Auslaufmöglichkeiten in Bramfeld sind eher schlecht. Sie sind einfach zu klein. Den Hunden muss mehr geboten werden. Es sollten mehr Spielmöglichkeiten für Hunde geschaffen werden”, sagt Frank Elstner (29). Ähnlich sieht es Rentnerin Irene Nussbaum: „Es gibt zu wenig Hundewiesen in Bramfeld.“ Allerdings hat sie wenig Hoffnung, dass sich etwas ändert: „ Ich bin da wenig optimistisch, dass neue Auslaufflächen geschaffen werden. Die Menschen beanspruchen alle Wiesen für sich. Daher ist dort kein Platz für Hunde.”
Selbst Leute, die keinen Hund besitzen, sprechen sich für mehr und größere Freilaufflächen aus: „Ich selber habe keinen Hund und fühle mich oft gestört, wenn Leute ihre Hunde in Parks frei laufen lassen“, erklärt Peter K. (37). „Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn neue und auch größere Hundewiesen geschaffen werden. Damit wäre nicht nur den Hundehaltern geholfen, sondern auch den Leuten ohne Hund.“

Verteilung der Flächen passt nicht

Der CDU-Abgeordnete Dennis Thering stellte diesbezüglich Ende April dieses Jahres eine kleine Anfrage an den Senat mit dem Titel: „Hundehauptstadt Hamburg: Gibt es ausreichend Hundeauslaufflächen in unserer Stadt?“ Fazit des Senats: „Ja, es gibt ausreichend Auslaufflächen in Hamburg.“
Thering stellt fest, dass die 122 Auslaufflächen in Hamburg unverhältnismäßig verteilt sind. So hat beispielsweise der Bezirk Hamburg-Nord mit 9.613 registrierten Hunden 34 Hundeauslaufflächen. Der Bezirk Wandsbek mit 18.061 Hunden nur 19 Flächen, zwei davon in Bramfeld (Am Stühm Süd und an der Steilshooper Allee). Gesamtflächenmäßig steht Wandsbek mit 227.000 Quadratmetern Auslauffläche beispielsweise weit hinter Bergedorf mit 372.000 Quadratmetern, wo jedoch nur 5.291 Hunde registriert sind. „Die Ausweisung und Einrichtung von Flächen für den Auslauf von Hunden obliegt den Bezirksämtern,“ so die Antwort des Senats.

Bezirksamt sieht keinen Handlungsbedarf

Das Wochenblatt fragte beim Bezirksamt Wandsbek nach. Die Antwort auf die Frage, ob die Schaffung neuer Auslaufflächen geplant sei, lautet „Nein“, mit dem Verweis auf die kleine Anfrage von Thering. „Im Verhältnis zu den zur Verfügung stehenden Grünflächen im Hamburger Stadtgebiet und nach dem jetzigen Stand der Erfahrungen wird die Gesamtfläche der Hundeauslaufzonen von den Bezirksämtern grundsätzlich für ausreichend erachtet“, wird darin vom Senat angeführt. Angemerkt wird in der Antwort auf die Anfrage zudem: Wer einen Hundeführerschein hat, ist in den meisten Grünanlagen in Wandsbek von der Leinenpflicht befreit. In Bramfeld beispielsweise rund um den Bramfelder See oder am Alten Teich.
Trotz des ernüchternden Fazits wollen Hundebesitzer wie Albert Sauck (54) nicht aufgeben: „Es muss hundertprozentig mehr getan werden für die Hunde in Bramfeld!“
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