Mieterinitiative wehrt sich

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Michael Abromeit von der Mieterinitative Nüßlerkamp e. V. in seinem Garten Foto: Kranz

Im Nüßlerkamp ist keine Einigung in Sicht

Von Vincent Kranz
Bramfeld. Fünf Nachkriegsbauten mit insgesamt etwa 60 Apartments sollen neuen Sozialwohnungen im Nüßlerkamp weichen.
Die Wohnungen sind in den letzten 20 Jahren unter wechselnden Eigentümern vernachlässigt worden. Nun sind die Wände mit Graffitis beschmiert, im Flur sammelt sich Schutt und die Gärten verwildern. Geheizt wird noch mit Kohle. Die Mieterschaft fordert schon seit 1993 eine bessere Instandhaltung. „Eigentum bedeutet Pflichten“, meint Noch-Bewohner Michael Abromeit. Doch das Wohnungsunternehmen Sahle wohnen betrachtet die Reihenhäuser als unrentabel und lehnt es ab, hier einmal leerstehende Wohnungen neu zu vermieten. Währenddessen hat die eigens gegründete Mieterinitiative Nüßlerkamp e. V. mehrfach Renovierungspläne vorgelegt: „Wir suchen das Gespräch“, sagt Abromeit. Bisher ist jedoch kein Vorschlag angenommen worden. Von der Hamburger Entwicklungsgesellschaft Stattbau liegt ein Gutachten vor, welches bestätigt, dass sich Sanierungen auch jetzt noch lohnen würden. „Das ist baulich unmöglich“, entgegnet Iwonn Passehl, Kundenbetreuerin der Sahle Wohnen Hamburg, und beruft sich auf ein anderes Gutachten aus dem Jahr 2004. Passehl sieht aber die Problematik: Es ist „schrecklich“, findet sie. Heute leben noch neun Menschen in ihren Singlewohnungen. Aber bald werden wieder zwei Mieter ausziehen. Alle anderen sind nach jahrelangem Kampf weggezogen. Damit stehen über 40 Apartments leer. Man wolle ihnen das Leben „so schwer wie möglich“ machen, beklagt Abromeit. Eine außergerichtliche Einigung ist bisher an gegenseitigen Schuldzuweisungen gescheitert. Nun steht ein Gerichtsprozess bevor. Schon drei Mal gab es Kündigungen an die letzten Mieter, doch die wollen bleiben. Vorbereitungen für den Abriss sind angelaufen. Im Februar ließ das Unternehmen bereits viele Bäume auf dem Grundstück fällen und die Türen der unbewohnten Häuser entfernen. Erst nach Ermahnungen der Bauprüfabteilung begann Sahle Wohnen, das Gröbste des angefallenen Abraumes zu beseitigen. Im Herbst 2012 soll der Abriss erfolgen.
Wer keine höheren Mieten wolle, bleibe auf der Strecke. „Uns wird kein Ersatz angeboten“, sagt Abromeit. Zwar könnte er in eine der Sozialwohnungen ziehen, sobald diese gebaut sind. Der Quadratmeter kostet dann aber um die Hälfte mehr. Zwangsräumung oder Sanierung – das kann sich jetzt schnell entscheiden.
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4 Kommentare
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Manja Weidemann aus Bramfeld | 11.09.2012 | 12:50  
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Birgit Tiews aus Bramfeld | 26.11.2012 | 12:35  
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tanja halle halle aus Bramfeld | 26.11.2012 | 12:44  
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Birgit Tiews aus Bramfeld | 27.11.2012 | 11:07  
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