Mordanschlag auf Bar-Besitzer in Hamburg

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Foto: thinkstock
Ein gefährlicher Ort, die Shisha-Bar von Yasser B. (37) an der Hamburger Straße. Am Abend des 30. Dezember 2016 lagen dort drei Männer auf der Lauer. Sie warteten auf den Barbesitzer. Als dieser gegen 19 Uhr mit seinem Bentley vor der Bar hielt und sein Fahrzeug verließ, fielen Schüsse. Einer der Männer soll aus kurzer Entfernung mit einem Revolver des Kalibers 357 Magnum auf den Barbesitzer geschossen haben, der hinter seinem Fahrzeug in Deckung gegangen war. Die Kugeln verfehlten den Barbesitzer. Die Angreifer flüchteten nach dem missglückten Anschlag.
Bei dem Anschlag ging es um viel Geld. Der Barbesitzer soll, so lautete ein Gerücht, immer 40.000 bis 80.000 Euro bei sich gehabt haben. Von diesem Gerücht hatten die Männer gehört. Um an das Geld zu kommen, schreckten sie auch vor einem Mordanschlag nicht zurück.

Wenige Wochen später wurden Reza F. (45), Kamil Y. (22) und Dominik A. (22) als Verdächtige festgenommen. Wegen versuchten Mordes, versuchtem schweren Raub und Verstoß gegen das Waffengesetz müssen sie sich jetzt vor dem Hamburger Landgericht verantworten.

Der Mann, der auf den Barbesitzer schoss, soll Kamil Y. gewesen sein. Dem jungen Mann wird außerdem vorgeworfen, während seiner Zeit in der Hamburger Untersuchungshaftanstalt zwischen dem 26. Januar und dem 17. März in vier Fällen Justizbeamte angegriffen und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet zu haben. Zur Zeit ist er wegen einer Erkrankung in der Psychiatrie Ochsenzoll in Behandlung.

Bereits im August 2011 gab es an der Hamburger Straße eine Schießerei, nach der am Ende zwei Tote zu beklagen waren. Die Bar hieß damals noch „Chill in Lounge“. Der Schütze war Yasser B., der sich auf Notwehr berief. Die Männer hätten versucht, 25.000 Euro Schutzgeld von ihm zu erpressen. Sie hätten ihn an eine Tür gedrückt und bedroht. Um sich zu wehren, habe er die Waffe gezückt und geschossen.
Einen der Angreifer traf die Kugel direkt ins Herz. Das galt im anschließenden Prozess vor dem Landgericht als Notwehr. Der andere Täter wurde auf der Flucht erschossen. Das war für das Gericht keine Notwehr mehr. Yasser B. wurde deshalb wegen „Totschlags“ zu sechs Jahren Haft verurteilt. Jetzt nimmt er als Nebenkläger an dem Prozess gegen die Männer teil, die ihn erschießen wollten.
Die Urteilsverkündung im aktuellen Fall ist für Mitte November vorgesehen. (je)
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