Musik ohne Grenzen

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Kulturstaatsrat Carsten Brosda übergibt den Preis an Sonja Engler von der Zinnschmelze Foto: Jo Larsson

Projekt Welcome Music Session mit Preis ausgezeichnet

Von Christina Busse
Barmbek
Ausgezeichnete Willkommenskultur: Das Barmbeker Projekt Welcome Music Session hat den mit 10.000 Euro dotierten Hamburger Stadtteilkulturpreis erhalten. „Eine tolle Bestätigung für das, was wir tagtäglich tun und ein super Schub fürs Haus“, freute sich Sonja Engler, Geschäftsführerin des Barmbeker Kulturzentrums Zinnschmelze, die das Projekt zusammen mit der Initiative Welcome to Hamburg Barmbek und der Hochschule für Musik und Theater aus der Taufe gehoben hat. Seit November 2015 treffen sich einmal im Monat Musikbegeisterte aus den Flüchtlingsunterkünften, aus der Barmbeker Nachbarschaft und aus ganz Hamburg zum gemeinsamen Musizieren, Tanzen und Singen in der Zinnschmelze. „Musik ist unsere verbindende Sprache“, erklärt eine der teilnehmenden Musikerinnen. Die Begegnung zwischen Menschen über die Musik in der aktuellen gesellschaftlichen Situation war es auch, was die Jury des Stadtteilkulturpreises überzeugte. Die feierliche Preisverleihung fand in der vergangenen Woche vor rund 300 Gästen in der HafenCity Universität statt.

„Kultur ist der Nährboden für alles“


Kulturstaatsrat Carsten Brosda überreichte die Auszeichnung und appellierte an die Akteure in den Stadtteilen, weiterhin „die Türen aufzureißen“. „Kultur ist der Nährboden für alles Weitere“, betonte er. Wolf Kerschek von der Hochschule für Musik und Theater beschreibt seine konkreten Erfahrungen mit der Welcome Music Session: „Es gibt wenig auf dieser Welt, was uns Menschen so einfach und doch so tief emotional verbindet wie die Musik. Für die Geflüchteten waren die Lieder zunächst ein Stück Heimat und es machte sie glücklich zu erleben, wie groß das Interesse der Deutschen an ihrer Musik und auch an ihnen als Menschen ist. Für die Zuhörer war es die Auseinandersetzung mit einer ihnen bisher fremden Musikkultur und Lebensfreude, die uns alle bereichert hat.“ Und eine in der Welcome-Initiative engagierte Barmbekerin ergänzt: „Es ist den Geflüchteten wichtig, etwas teilen zu können.“ Kostproben gab es direkt vor Ort mit Musikern aus Syrien und aus dem Iran und der Welcome Music Begleitband. Für den 13. Hamburger Stadtteilkulturpreises, der von Stadtkultur Hamburg als Dachverband für lokale Kultur ausgelobt wird, hatte die Jury aus über 50 Bewerbungen zehn Projekte in die engere Auswahl genommen.
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