Neubau am Nüßlerkamp

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Die Bäume und Büsche sind bereits gerodet, die Bauzäune um bereits leere Häuserblocks sind aufgestellt. Foto: Sobersko

Baubeginn verzögert sich

Von Tanja Sobersko
Bramfeld. „Jetzt kommen die Bagger“, titelte das Hamburger Abendblatt am 13. November letzten Jahres. Doch bisher ist kein Bagger gekommen. Grund dafür sind die noch ausstehenden Gerichtsurteile in sieben, beziehungsweise sechs Fällen im Streit um die Häuser am Nüßlerkamp in Bramfeld. Ein Mieter muss durch Urteil des Amtsgerichts Hamburg Barmbek bereits ausziehen. Die Hoffnung des Eigentümers, der Sahle Wohnen, die Verfahren könnten bereits im Dezember abgeschlossen sein, hatten sich nicht erfüllt. Mit dem Neubau kann erst begonnen werden, wenn mehrere Blöcke komplett frei sind, da unter einem großen Teil des Geländes eine Tiefgarage geplant ist, deren Fundament in einem Stück gegossen werden muss. Zwei Blöcke sind bereits seit längerem frei und werden demnächst abgerissen. „Dies war zunächst für Spätherbst geplant, hatte sich dann aber verzögert und wurde aufgrund des frühen und noch anhaltenden Wintereinbruchs nochmals verschoben“, so Sybille Jeschonek, Sprecherin des Unternehmens. Einer der letzten Mieter, Peter Grybski, empfinde das Vorgehen von Sahle Wohnen als aggressiv - war im Hamburger Abendblatt nachzulesen. In der derzeitigen Wohnungssituation befürchte der Hartz IV Empfänger keine neue bezahlbare Bleibe zu finden.
Doch die 1949 errichteten Häuser sind verfallen und ein Gutachten hat bereits ergeben, dass eine Sanierung teurer wäre, als Abriss und Neubau. Die Sahle Wohnen nimmt - weil sie abreißen möchte - keine weiteren Reparaturen an den Gebäuden oder Wohnungen mehr vor. Unfallquellen werden gemäß Rechtspflicht beseitigt. Den Mietern wurden verschiedene Angebote zu Um- und Auszug gemacht, die alle abgelehnt wurden. Die Bramfelder sind empört ob des Schandflecks. Ein Anwohner: „Wenn man die Häuser hätte erhalten wollen, dann hätte man viel früher anfangen müssen, sie zu pflegen oder zu sanieren. Jetzt ist es doch zu spät, jetzt ist alles kaputt. Jetzt kann man nur noch abreißen“. Die Sahle Wohnen plant am Nüßlerkamp den Bau von 43 Mietwohnungen mit öffentlicher Förderung, überwiegend für Familien sowie für Einzelpersonen oder Paare. Durch den Neubau der geplanten sieben Mehrfamilienhäuser entstehen 15 Zweizimmerwohnungen, 16 Dreizimmerwohnungen und 12 Vierzimmerwohnungen mit Wohnflächen zwischen 47 und 90 Quadratmetern. Durch den Neubau erhöht sich die verfügbare Gesamtwohnfläche an dem Standort von bislang rund 1.946 auf 3.369 Quadratmeter. (ts)
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