Neue Wohnungen mitten im Grünen

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Das Quartier 21 befindet sich auf den Flächen der ehemaligen Krankenhausanlage AK Barmbek Foto: Hochtief Projektentwicklung/Ralf Meyer
 
Q21-Bewohner Sven Flohr will mit seinem Hund wieder auf die Wiese Foto: wb

Das Quartier 21 wird von Bewohnern und Planern sehr gelobt. Doch es gibt Kritik vom Quartiersmeister

Von Dagmar Gehm und Daniela Barth
Barmbek
Wo früher Patienten gepflegt wurden, geht es heute höchst lebendig zu. Etwa 570 Wohnungen sind als urbane Gartenstadt auf dem 13,8 Hektar großen Grundstück der ehemaligen Krankenhausanlage AK Barmbek zu Füßen des Wasserturms entstanden, dazu Büros, Läden, Arztpraxen, moderne Altenpflege und eine Kita. Eines der größten Denkmalschutzensembles Hamburgs wurde saniert, neu interpretiert und bleibt damit langfristig erhalten.
Die Projektentwicklung mit einem Investitionsvolumen von ca. 350 Millionen Euro ist abgeschlossen, die Wohnungen sind verkauft und vermietet. Kinder toben auf den Spielplätzen. Rund 1500 Menschen wohnen heute im Quartier, weitere 700 haben dort ihren Arbeitsplatz. Im „Wasserturmpalais“ hat sich ein Fitnessclub angesiedelt, 120 Kinder der Kita nutzen die Campuswiese direkt vor der Tür zum sicheren Spielen. Das Gasthaus ist in Betrieb, das extra gebraute Barmbeker Bier fließt in Strömen.
Beteiligte aus Fachplanung, Verwaltung und Politik, Investoren, Käufer und Mieter hatten sich auf Einladung der Hamburg Team Gesellschaft für Projektentwicklung GmbH, die das Areal als Joint Venture mit der Hochtief Projektentwicklung gestaltet hat, im Q21 Gasthaus versammelt. Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

Groß, grün, günstig?


„Mit der Verwirklichung des Quartier 21 wurden der Park und das wertvolle städtebauliche Ensemble dem Stadtteil zurückgegeben“, sagte Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, in ihrer Ansprache. „Der gesamte Stadtteil erfährt eine Aufwertung und dies ohne Verdrängung.“ Als „groß, grün, günstig“ hatte Peter Jorzick, geschäftsführender Gesellschafter des „Hamburg Team“, das Projekt beworben. Eine griffige Alliteration, die jedoch nicht von allen Bewohnern geteilt wird. „Als ich den Dauerauftrag für die Miete einrichten wollte, fragte mich meine Bankberaterin, ob ich eine ganze Ladenzeile gemietet hätte“, scherzt Erich Petersen (79). Der ehemalige Richter und seine Frau Ursula (76), die als Personalvorstand in einer großen Firma tätig war, können sich das lichtdurchflutete Penthouse im vierten Stock leisten. Die beiden Senioren schätzen besonders die Lage in Stadtparknähe, die Einkaufsmöglichkeiten in der Fuhlsbüttler Straße, die gute Verkehrsanbindung zu den S-Bahn-Stationen Alte Wöhr und Rübenkamp. Andere bemängeln die Mietpreise für „gehobenes Klientel“. Das Bündnis für Wohnen war zum Zeitpunkt der Sanierung noch nicht wirksam. Ein Kritikpunkt an diesem Abend war der Parkplatz vor dem Fitnesscenter. Man hätte sich einen schöneren Abschluss des Quartierparks vorstellen können.
Auch sonst ist nicht alles eitel Sonnenschein im Quartier 21. Zwei typische Großstadt-Probleme ärgern die Bewohner: rasende Autofahrer und Hundekot auf den großzügigen Grünanlagen. Das erste Problem haben Nachbarschaftsinitiativen und der Quartiersverein in Zusammenarbeit mit Hamburg Team, dem Projektentwickler des Quartiers, schon in die Hand genommen. Im Andreas-Knack-Ring und in der Wilhelm-Drexelius-Straße mahnen kleine grüne Männchen Autofahrer. Auf der Privatstraße zum Medizinzentrum wurde eine Bodenschwelle installiert.
Das Problem „Hundekacke“ bringt den Quartiersmeister, dem beim Rasenmähen auf dem Campus der Kot „um die Ohren geflogen“ sein soll, in Rage. Er hat von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht, und verbietet mittlerweile Hunde auf der Campusrasenfläche generell. Für diese rigide Maßnahme zeigen die Hundebesitzer im Quartier wenig Verständnis. Sven Flohr, seit 2010 einer der ersten Mieter im Quartier 21, ist verärgert: „Ich bin in dieses schöne grüne Areal gezogen, um in Ruhe und Frieden zu leben – und um mit meinem Hund ungestört spazieren gehen zu können.“ Er vermutet, dass die Exkremente von Hunden außerhalb des Quartiers stammen.
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1 Kommentar
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Michael Kahnt aus Barmbek | 05.08.2015 | 06:52  
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