Neuer Wohnraum in Barmbek-Süd

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Hat nach 40 Jahren ausgedient: der Busbetriebshof Mesterkamp. Hier soll Wohnraum entstehen Foto: Heume
 
Nicht mehr zeitgemäß: die gewerblich genutzten Gebäude an der Hamburger Straße. Die Stadt würde sie am liebsten abreißen und neu bauen. Mit den Eigentümern ist man derzeit im Gespräch Grafik: OpenStreetMap/ruh

Ideen zur Nutzung des Busbetriebshofs an der Weidestraße

Von Ruth Heume

BARMBEK. Er wurde heftig diskutiert, aber seit Februar dieses Jahres steht er nun fest: der Neubau des Busbetriebshofes im Gleisdreieck Alsterdorf. Für Barmbek-Süd eine gute Nachricht, denn dort fällt der bestehende Busbetriebshof Mesterkamp dann weg. Auf dem 2,8 Hektar großen Gelände soll in erster Linie Wohnraum entstehen. Hierzu gab es am vergangenen Mittwoch eine erste Informationsveranstaltung.

Ungefähr 80 Interessierte waren ins Barmbek Basch gekommen, die meisten von ihnen Anwohner. „Wir sind in der glücklichen Lage, über eines der letzten verbliebenen Schlüsselgrundstücke im Herzen von Barmbek bestimmen zu dürfen“, so Hans-Peter Boltres vom Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung. 2018 soll mit der Räumung des Busbetriebshofes begonnen werden. Die Bürger sollen so früh wie möglich in die Planung miteinbezogen werden. Begleitet wird der Prozess von der Steg Hamburg mbH.

Im Vorfeld hatte es bereits Gespräche mit lokalen Akteuren wie beispielsweise dem Stadtteilrat und den Kirchen gegeben. Nun hatten alle Bürger Gelegenheit, ihre Ideen, Wünsche und Anregungen einzubringen. Am 12. Juli können Interessierte an einer Planungswerkstatt teilnehmen und ihre Ideen konkretisieren. Nach Auswertung der Ergebnisse wird voraussichtlich noch im Herbst ein städtebaulicher Wettbewerb stattfinden. Im Preisgericht sollen nicht nur Fachleute sitzen, sondern erstmals auch ein Bürgervertreter.

Luxuswohnungen unerwünscht


Die Vorgespräche haben ergeben, dass die Nutzung des Geländes zur Schaffung neuen Wohnraums allgemein begrüßt werde, berichtete am Mittwoch Daniel Sadowski von der Steg. Dabei solle möglichst Wert gelegt werden auf einen guten Mix der verschiedenen Altersgruppen und Lebensformen, Eigentums- und Mietwohnungen, frei und gefördert. Neue Wege müssten erschlossen werden, um den Zugang zur Hamburger Straße sicherzustellen, und ein zentraler Treffpunkt sei gewünscht. Unerwünscht hingegen seien produzierendes Gewerbe, Luxuswohnungen und Spielhallen.

Verkehr und Parken waren die zentralen Themen bei den Teilnehmern der Veranstaltung. Schon jetzt gebe es einen Mangel an Parkplätzen, daher müsse unbedingt eine Tiefgarage geplant werden. Eine Stellplatzverpflichtung aber gibt es in Hamburg nicht mehr. Hans-Peter Boltres wies darauf hin, dass Investoren diesen Aspekt jedoch in der Regel berücksichtigen, da Stellplätze bei der Vermarktung von Immobilien eine zentrale Rolle spielten.

Auch Verkehrsberuhigung und Anwohnerparken stehen auf der Wunschliste der Bürger. Dabei könnte auch der geplante Neubau einer Schule eine Rolle spielen. Volker Reitstätter vom katholischen Schulverband erläuterte entsprechende Pläne: Das Gebäude der benachbarten Sophienschule solle abgerissen und eine neue Grund- und Stadtteilschule mit Kita gebaut werden. Dazu benötigt die Kirche einen Teil des Grundstücks auf dem Busbetriebshofsgelände an der Weidestraße.

Reitstätter wies darauf hin, dass die dadurch fehlende Fläche für Wohnnutzung durch das Freiwerden einer Fläche am Lämmersieth kompensiert werden könne, da die dortige Schule wegfallen würde. Die steigende Schülerzahl von derzeit 280 auf dann bis zu 1.000 Schülern, so gab eine Anwohnerin zu bedenken, würde aber auch wieder für mehr Verkehr sorgen.

Wer an der Planungswerkstatt am 12. Juli um 18 Uhr im Barmbek Basch teilnehmen möchte, wird gebeten, sich anzumelden unter Telefon 43 13 93 0 oder busbetriebshof@steg-hamburg.de
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2 Kommentare
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Kai Debus aus Alsterdorf | 15.06.2016 | 11:57  
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 15.06.2016 | 15:30  
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