Neues Freiwilligenbüro im Rungehaus in Aktion

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Erstes Team-Treffen im Freiwilligenbüro des Rungehauses: Jürgen Hellwich, Steffen Sauthoff, Sieglinde van Huffel, Britta Dönselmann, Ilse Westermann, Dilec Acil und Ursula Bankmann (v.l.) Foto: Haas

Wer macht mit bei der „Lebendigen Nachbarschaft“?

Barmbek Nord Anfang April wurde es eingerichtet, und schon hat Ursula Bankmann im neuen Freiwilligen-Büro am Eingang der Rungestraße 12 alle Hände voll zu tun. Montags bis freitags versieht die Rentnerin hier ihr Ehrenamt zwei Stunden vormittags.
Hier gibt sie Wünsche und Informationen weiter, bedient das Telefon oder ist erste Ansprechpartnerin: für Postboten oder Handwerker, die immer noch zu Gange sind. „Und ich bin einfach da zum Reden mit den anderen Mietern.“ Dabei lernt sie schnell ihre Nachbarn kennen, weiß, wo der Schuh drückt und gewinnt so – ganz nebenbei – neue Freunde. „Nach dem Ruhestand und dem Tod meines Mannes wäre ich sonst wohl sehr einsam geblieben“, sagt Ursula Bankmann nachdenklich. So hat sie sich schnell eingelebt als Mieterin im Rungehaus, das im Januar feierlich eingeweiht wurde (das Wochenblatt berichtete).Dass das Freiwilligen-Büro im Eingangsbereich des Rungehauses angesiedelt wurde, ist kein Zufall. Denn in dem öffentlich geförderten SAGA-Neubau, der jetzt in 74 Ein- und Zweizimmer-Wohnungen Senioren und Menschen mit Assistenzbedarf beherbergt, wird ein neues Konzept verwirklicht. „Anders wohnen“ ist hier angesagt, und das bedeutet: selbstbestimmt leben in einer „Lebendigen Nachbarschaft“ (LeNa). „Die funktioniert nur, wenn die Mieter sie selbst auch gestalten – nach dem Grundsatz des Gebens und Nehmens“, erklärt Ilse Westermann von Alsterdorf Assistenz Ost (AAO). Wenn nötig, sorgt sie für professionelle Hilfe. Wer Unterstützung im Alltag braucht, kann sich ebenso melden wie Freiwillige im Haus oder aus der Nachbarschaft, die helfen wollen. Ein erster Schritt sei schon vollzogen: mit den gemeinsamen Mittagessen, von Mietern für Mieter im Runge-Treff gekocht und im hauseigenen Wohn-Café aufgetischt. Auch verschiedene Gruppenangebote nehmen die Mieter im Haus bereits wahr.

Zusammenarbeit


„Die verschiedenen Formen der Nachbarschaftshilfe müssen gut vorbereitet und koordiniert werden“, betont Dilec Acil von der Freiwilligen-Agentur Nord. „Dafür haben wir uns hier im Freiwilligen-Büro zusammengetan.“ Seniortrainer Jürgen Hellwich ist mit von der Partie. Früher berufstätig als Ingenieur unterstützt er heute gemeinnützige Initiativen mit seinem Wissen. Vom Klima im Rungehaus ist er begeistert, denn die Mieter seien gerne dabei, wenn es um die Gestaltung ihrer Gemeinschaft geht. Zudem gehört Steffen Sauthoff zu der Runde. Der „Quartierlotse“ vom Projekt Qplus (AAO) ist beruflich unterwegs in Barmbek, Steilshoop und Bramfeld: als Ansprechpartner für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Sauthoff lotet aus, welche Hilfen von Profis nötig sind und wo Nachbarschaftsinitiativen weiterhelfen können für ein selbständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden. Die Runde im neuen Büro ergänzen Britta Dönselmann und Sieglinde van Huffel. Sie arbeiten ehrenamtlich für die Nachbarschaftsinitiative „Plietsch“ und koordinieren bereits den Einsatz von Freiwilligen rund um die Rungestraße. Wer gerne mit anpacken möchte, melde sich unter 320 488 63 oder per Mail: freiwilligenbüro-rungehaus@wtnet.de (wh)
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